Ein Advent-Wochenende in Wien

Advent-Wochenende in Wien

Eine Kulinarikreise durchs vorweihnachtliche Wien aktualisiert per November 2018

Wien ist eigentlich immer eine Reise wert, aber in der Vorweihnachtszeit ganz besonders! Selten ist die Stadt so schön dekoriert wie zu dieser Jahreszeit. Alles funkelt, glitzert und glänzt dank der stimmungsvollen Weihnachtsbeleuchtung, den unzähligen Adventsmärkten und Punschständen sowie den prachtvollen Auslagendekorationen. Die Fassaden vieler Hotels und imperialer Prunkbauten sind mit Lichterketten dekoriert, in den Bäumen rund um die Weihnachtsmärkte hängen bunte Lampions und Christbaumkugeln. Heimische Tannen werden an vielen Plätzen zum Kauf angeboten, die Wiener Kaffeehäuser laden auch beim noch so schönen Spaziergang durch die Innenstadt auf Kaffee & Kuchen ein. Ein Advent-Wochenende in der Winterzeit ist daher stets auch eine ganz besondere „Gourmetreise“ durch Wiener Restaurants, Kaffeehäuser und Weihnachtsmärkte!

1.) Hotelempfehlung

Punkto Hotel fiel meine erste Wahl sofort auf das Hotel Altstadt Vienna, das wohl vom Lifestyle und Charme her wienerischste aller unserer Hotels. Wo könnte man bei einem Wienbesuch zur Weihnachtszeit besser untergebracht sein als in dieser „schönen Galerie zum Wohnen“ im trendigen 7. Bezirk. Oder gleich im berühmten Hotel Sacher, immer noch die Top-Adresse dieser Stadt und mitten im weihnachtlichen Geschehen, dem 1. Bezirk gleich gegenüber der Staatsoper und zu Beginn der Wiener Shoppingmeile.

2.) Kulinarik / Frühstück-Tipps

Neben den zahlreichen Wiener Kaffeehäusern, welche sich stets für ein typisches und traditionelles Wiener Frühstück anbieten, empfehle ich gerne folgende Frühstücks-Locations. Obwohl man ehrlicherweise ergänzen muß, dass das Altstadt Vienna den Ruf des besten Hotel-Frühstücks in Wien hat und sich natürlich selbst ebenfalls perfekt für ein Wiener Frühstück anbietet. Und auch das Sacher mit den Sacher Würsteln und der berühmten Torte nicht zu verschmähen ist.

Die Vollpension, 1040 Wien (der sogenannte und mittlerweile bei Jung und Alt beliebte „Generationenbetrieb“ bietet ganz im 60-iger Jahre Stil verschiedenste Frühstück-Variationen an: Opa Pikant, Xunde Tant‘ (vegetarisch), Siasse Oma, Erbschleicher (für 2 Personen) und einige mehr; ein Geheimtipp auch für Kaffee & Kuchen nach Omas gutem, alten Hausrezept am Nachmittag im beliebten Vintage-Look unserer Großeltern)

NEU: Das Glashaus, 1020 Wien (solltet ihr Interior Design à la Provence, helle (Sand)Farben, wunderschöne Accessoires und viel Liebe ins Detail sowie leichtes, gesundes Essen lieben, dann seid ihr im neuen Glashaus bestens aufgehoben; für mich nicht nur ein Insider-Tipp zum Frühstück am Wochenende für die Jugend, obwohl direkt am WU Campus gelegen; bis zum 21. Dezember 2018 gibt es zudem ab sofort auch einen Grätzel-Punsch mit hausgemachtem Glühwein und Punsch (von Montag bis Freitag von 17 bis 20 Uhr)

Meinl am Graben, 1010 Wien (ein Frühstück mit der definitiv besten (!) Aussicht auf die weihnachtlich beleuchtete Innenstadt Wiens könnt ihr im Restaurant des Delikatessenladens Julius Meinl genießen; das Frühstück selbst kann entweder individuell zusammengestellt oder aus vier verschiedenen Variationen gewählt werden: vom Meinl Frühstück Wiener Klassik bis hin zum Meinl Business Frühstück Ready to Eat; der Kaffee ist – wird er Name schon verrät – einfach köstlich!)

Das Palmenhaus im Burggarten, 1010 Wien (nicht nur eine optische Augenweide, sondern auch reichhaltig an Frühstücksoptionen mitten im Winter „unter Palmen“ wie beispielsweise das Palmenhausfrühstück; zudem romantisch mitten im Burggarten gleich auf der Rückseite der Wiener Hofburg und einst des Kaisers Garten gelegen nicht unweit wichtiger Wiener Museen)

Meierei im Stadtpark, 1030 Wien (eines der nobleren Frühstücksmöglichkeiten in Wien ebenfalls mitten im Park, dem schönen Wiener Stadtpark, und zum berühmten Steirereck dazugehörig; auf wunderschönen dreistöckigen Silberetageren wird ein reichhaltiges Frühstück von süß über pikant serviert; besonders vielfältig sind die warmen Wiener Mehlspeisen sowie das österreichische Käsesortiment)

3.) Kulinarik / Lunch-Tipps

Bar zum Schwarzen Kameel, 1010 Wien (DIE Wiener Institution und heuer bereits 400 Jahre alt, aber immer noch mit den absolut besten (!) Brötchen der Stadt; erst jüngst vergrößert und im Stil eines Gourmetladens mit Bar erweitert worden mit traditioneller Mittagskarte; aus meiner Sicht ein Must-be in Wien)

NEU: Bistro Porto, 1040 Wien (mit 19. November 2018 eröffnet das Hotel Triest nach fast 2-jähriger Bauzeit nicht nur den neuen Hotelteil inkl. modernster Meetingräume und wundervollem Blick auf den Wiener Stephansdom am Rooftop, sondern auch ein ganz neues Bistro; wie der Name schon verrät, versteht sich das Porto als urbaner Treffpunkt und „Hafen“ für alle Fans der italienischen Lebensfreude und Kulinarik)

Marco Simonis Bastei 10, 1010 Wien (ein wahrer Geheimtipp für alle Food- und Interior-Liebhaber mit täglich wechselndem Menü von Marco Simonis und seinem Team und stets frisch zubereitet inkl. wunderschönem Concept Store sowie hauseigener Delikatessen zum Schmökern und Shoppen kleiner Mitbringseln sowie erster X-Mas Geschenke)

4.) Gourmettipps / Abendessen

Insidertipps vor dem Dinner: ein Aperitivo an der neu und sehr stylish gestalteten Hotelbar des Park Hyatt mit großer Auswahl an eigenen Signature Drinks oder an der legendären Onyx Bar im Hotel Do & Co im Haas Haus mit Traumblick auf den Stephansdom sowie die weihnachtlich dekorierte Kärntner Straße. Heuer neu dazu gekommen ist hingegen die stylische Roberto American Bar II ebenfalls gleich in der Nähe des Stephansdoms. Meine persönliche Lieblingsbar von allen drei!

Steirereck, 1030 Wien (die „Crème de la Crème“ an Wiener Restaurants als derzeit No.14 Top-Restaurant der Welt rangierend und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; ob der Exklusivität dieses Gourmettempels empfiehlt sich ein 6- oder 7-gängiges Abendmenü begleitet von (inter)nationalen Spitzenweinen, professionellem Service sowie dem größten Brot- und Käsewagen Wiens)

NEU: aend, 1060 Wien (Minimalismus ist hier schon im Interior Design Konzept aber trotzdem wirkt das Restaurant nicht ungemütlich auf mich; dies ist sicherlich dem vielen Holz sowie der offenen Schauküche als verbindendes Element geschuldet; ein wahres Highlight ist die in den Tisch subtil integrierte Bestecklade mit allem, was Gast so zum Essen braucht; Fabian Günzels puristischer Ansatz zieht sich schließlich auch in der Kulinarik durch, denn er setzt auch hier auf reduzierte, unkonventionelle Küche ohne großem Schnick Schnack auf dem Teller; angeboten werden ausschließlich Menüs)

Vestibül, 1010 Wien (berühmt geworden für sein legendäres Hummerkrautfleisch zaubert Haubenkoch Christian Domschitz im Dezember ein wahres Wintermärchen auf den Dessertteller: sein „Kleines Lebkuchenhaus mit Knisterschnee“ sowie sein „Vanillekipferl Dessert“ gehören zu den besten X-Mas Desserts von ganz Wien; serviert wird im einzigartigen Ambiente der Vorräume zum Burgtheater, dem Marmorsaal des Vestibüls, der ideale Einstieg in einen unvergesslichen Theaterabend im Advent)

Spelunke, 1020 Wien (im letzten Jahr neu eröffnet als die edelste „Hafenkneipe“ der Stadt; passend zum Namen gibt es nicht nur ein Spelunken-haftes, aber sehr hochwertiges Interior Konzept mit Graffitikunst an harten Burschen, Seemännern und Taucherszenen an den Wänden, sondern auch Hafen-taugliche Speisen; absolut empfehlenswert der Steckerlfisch auf Holzbrett serviert; abends verwöhnt ein DJ analog-affine Besucher mit cooler Schallplattenmusik)

Typisch Wiener Küche

Meissl & Schadn, 1010 Wien (der neueste Schnitzel Hotspot der Stadt und Teil des Hotels Grand Ferdinand; hier kann man ganz unter dem Motto „Schnitzel Love“ nicht nur eines der besten Wiener Schnitzel essen, sondern jeden Dienstag und Freitag ab 17 Uhr einen Schnitzel- resp. vorab einen Apfelstrudel-Workshop für die ganze Familie buchen; dauert etwa 1 Stunde und ist sicherlich ein Erlebnis für alle)

Restaurant zum Schwarzen Kameel, 1010 Wien (auch das Restaurant, nicht nur die Bar, wurde jüngst einem Facelifting unterzogen und erstrahlt in neuem Glanz; eigentlich DER traditionelle Hotspot und Geheimtipp für Wiener Schnitzel oder Kalbsrahmgulasch und gerne als „das Wohnzimmer der Wiener/Innen“ bezeichnet, denn dort trifft sich das „Who is who“ der Stadt, um über Politik, die Wirtschaft und die Welt zu diskutieren)

Salonplafond im MAK, 1010 Wien (das ursprünglich vom Hamburger Starkoch Tim Mälzer gegründete Restaurantkonzept besticht in stylischem Ambiente des MAK – Museum für angewandte Kunst – durch schnörkellose Wiener Küche mit lokalen Zutaten aus der Umgebung; denn Schnörkel bietet der berühmte Plafond des Restaurants schon genug; auch hier empfiehlt sich vorab ein Aperitif an der Bar)

Ludvig van, 1060 Wien (seit kurzem mit einer Haube ausgezeichnet (!) beweist Walter Leidenfrost eindrucksvoll seine Neuinterpretation der österreichischen Küche sowie seine ungewohnte Deutung ihrer Traditionen; als „erste Geige“ in der Küche wählt er zusammen mit seinem Wein-Consultant und Lieferanten Robert Stark perfekt passende Weine zwischen Klassik und Moderne aus; gespeist wird schließlich in typisch Wienerischem Ambiente)

X-Mas Pop-up Restaurant

NEU: Lokvogel Restaurant, 1120 Wien (ein absoluter Geheimtipp für die Adventszeit seitens der Familie Eselböck ist dieser „One Shot“ als Top-Restaurant mit kleinem oder großem Abendmenü ab 16. November 2018 in gewohnter Taubenkobel Qualität; das diesjährige X-Mas Pop-up Restaurant führt in die Räumlichkeiten der alten Remise, wo früher die Züge der Wiener Lokalbahnen standen; während Alain Weissgerbers Küche die Gäste mit auf eine kulinarische Reise nimmt, fungiert Barbara Eselböck als charmante Reisebegleiterin und Gastgeberin)

5.) Adventsjause im Genuss-Fiaker

NEU: Hättet ihr Lust, die vorweihnachtliche Zeit in Wien nicht nur in einem DER traditionellsten Wahrzeichen Wiens, sondern zudem mit allen Sinnen zu erleben? Der neue Genuss-Fiaker von Riding Dinner nimmt euch ab sofort auf eine Gourmetreise in der klassischen Kutsche mit typisch wienerischer Kulinarik mit. Das vorweihnachtliche Erlebnis enthält eine Fiakerfahrt zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sowie Punsch, die berühmten Brötchen und Adventsbäckerei vom Wiener Kult-Restaurant Zum Schwarzen Kameel. Die schöne Weihnachtsbeleuchtung der Stadt – vorbei an sämtlichen Weihnachtsmärkten – sorgt zudem für romantische Adventsstimmung pur!

6.) Christkindlmärkte

Weihnachtsmärkte gibt es in Wien viele, meine persönlichen Favorits reduzieren sich allerdings auf vier: neben dem Alt Wiener Christkindlmarkt auf der Freyung, jener vor Schloß Schönbrunn, das Weihnachtsdorf beim Schloß Belvedere sowie der Art Advent am Karlsplatz. Letzterer feiert übrigens in 2018 sein 25-jähriges Bestehen und wartet mit einigen Neuerungen auf. Alle diese X-Mas Märkte bestechen durch Handwerkskunst, sehr schöne Geschenkideen sowie eine Vielzahl an Heißgetränken und kulinarischen Häppchen auch aus anderen österreichischen Regionen. Zudem liegen alle an einer schönen Kirche oder vor einem imperialen Schloß. Sehr stimmungsvoll, fast schon romantisch und weihnachtlich!

Ein relativ neuer Zugang ist der Rooftop Adventsmarkt des Ritz-Carlton Hotels bestehend aus 3 Punschständen und einer richtigen Tiroler Hütte, der kleinste und exklusivste Weihnachtsmarkt in Wien. Empfohlen wird auch jener am Wilheminenberg, diesen kenne ich allerdings noch nicht persönlich.

7.) Kaffe & Kuchen

Neben den eingangs schon erwähnten zahlreichen Wiener Traditions-Kaffehäusern empfiehlt sich auch die Vollpension perfekt für einem Nachmittag bei Oma’s Kaffee & Kuchenbuffet sowie die relativ noch neue K&K Gerstner Konditorei gleich an der Wiener Staatsoper. Sehr imperial, ein wenig Sissi-like und ideal auch zum Stöbern für süße Souvenirs und Geschenke. Zudem darf in der Weihnachtszeit ein Besuch im Café Demel mit der berühmten offenen Confisserie nicht fehlen. Am Standort Kohlmarkt feiert dieses ehemalige K&K Kaffeehaus in diesem Jahr sein 130-jähriges Jubiläum! Da es bei vielen Wienbesuchern sehr beliebt ist und in jedem Touristenführer steht, empfehle ich euch eine „schnelle“ Melange mit Mehlspeise im Erdgeschoß am Tresen. Denn hier bekommt man am besten den Flair dieses Kaffeehauses mit. Auch gäbe es zahlreiche Süßigkeiten als Mitbringsel zum Shoppen. Hervorragend ebenso der Demel Striezel zum Mitnehmen mit Mandelsplittern!

Last but not least, hat das Sacher Eck nach fast 1-jähriger Umbauphase Ende letzten Jahres wiedereröffnet und bietet nun mit einem zusätzlich im ersten Stock adaptierten Restaurantbereich zahlreiche Sitzplätze. Denn bei einem Wienbesuch im Advent darf schon ein wenig Klischee & Tradition dabei sein!

8.) Kunst & Kultur

Solltet ihr bei dieser Kulinarikreise durchs vorweihnachtliche Wien dennoch Lust auf ein Kulturprogramm verspüren, dann dürft ihr weder das neu eröffnete Weltmuseum gleich bei der Wiener Hofburg noch die derzeit stattfindende Pieter Bruegel Ausstellung im KHM, dem Kunsthistorischen Museum, versäumen. Beide zählen zu meinen absoluten Lieblingsmuseen in Wien! Während das Weltmuseum in 14 kuratierten Schauräumen eine – im wahrsten Sinne des Wortes – ethnografische Weltreise durch alle 5 Kontinente darstellt, zeigt das KHM zur Zeit die größte monographische Bruegel Ausstellung zu Ehren diesen niederländischen Künstlers. Er war vor genau 450 Jahren verstorben. Absolut sehenswert ist auch die derzeitige Claude Monet Ausstellung in der Albertina sowie „Beauty“ von Sagmeister & Walsh im MAK.

Mein letzter Kulinarik-Tipp wäre das Café & Bistro in der herrlichen Säulenhalle des Weltmuseums – sei es für einen kleinen Lunch Break oder für die süße Jause am Nachmittag. Dieses kann nämlich auch ohne Museumsticket von euch besucht werden. In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen Aufenthalt im vorweihnachtlichen Wien sowie eine romantische Adventszeit!

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