Ein Advent-Wochenende in Wien

Advent-Wochenende in Wien

Wien ist eigentlich immer eine Reise wert, aber in der Vorweihnachtszeit ganz besonders! Selten ist die Stadt so schön dekoriert wie zu dieser Jahreszeit. Alles funkelt, glitzert und glänzt dank der stimmungsvollen Weihnachtsbeleuchtung, den unzähligen Adventsmärkten und Punschständen sowie den prachtvollen Auslagendekorationen. Die Fassaden vieler Hotels und imperialer Prunkbauten sind mit Lichterketten dekoriert, in den Bäumen rund um die Weihnachtsmärkte hängen bunte Lampions und Christbaumkugeln. Heimische Tannen werden an vielen Plätzen zum Kauf angeboten, die Wiener Kaffeehäuser laden auch beim noch so schönen Spaziergang durch die Innenstadt auf Kaffee & Kuchen ein. Ein Wienbesuch zu dieser Winterzeit ist daher stets auch eine ganz besondere „Gourmetreise“ durch Wiener Restaurants, Kaffeehäuser und Weihnachtsmärkte!

Vor einigen Wochen ereilte mich ein Anruf aus der Schweiz mit der Bitte für ein ganz besonderes Advent-Wochenende in Wien (zum runden Geburtstag der Großmutter) mit Insider-Tipps auszuhelfen. Gleich drei Generationen würden gerne ein paar Tage in Wien verbringen wollen und suchten nach besonderen Gourmettipps gepaart mit den schönsten Weihnachtsmärkten sowie nach einem Hotel. Geld spiele keine Rolle. Nachdem besonders seit September unzählige neue Restaurants in Wien eröffnet haben, über die ich in einzelnen Posts berichtet hatte, dachte ich mir, das wäre eine nette Gelegenheit, alle einmal in einem Gesamtüberblick zusammenzufassen. Um wirklich sowohl für das reifere „Geburtstagskind“ als auch die Enkelinnen im Teenageralter das Passende zu finden, habe ich folgenden Mix aus Altbekanntem und Neuem vorgeschlagen.

1.) Hotelempfehlung

Punkto Hotel fiel meine erste Wahl sofort auf das Hotel Altstadt Vienna. Wo könnte man bei einem Wienbesuch zur Weihnachtszeit besser untergebracht sein als in dieser „schönen Galerie zum Wohnen“ im trendigen 7. Bezirk. Oder gleich im berühmten Hotel Sacher, immer noch die Top-Adresse dieser Stadt und mitten im weihnachtlichen Geschehen, dem 1. Bezirk.

2.) Kulinarik / Frühstück-Tipps

Neben den zahlreichen Wiener Kaffeehäusern, welche sich stets für ein typisches und traditionelles Wiener Frühstück anbieten, empfehle ich gerne folgende Frühstücks-Locations. Obwohl man ehrlicherweise ergänzen muß, dass das Altstadt Vienna den Ruf des besten Hotel-Frühstücks in Wien hat und sich natürlich selbst ebenfalls perfekt für ein Wiener Frühstück anbietet. Und auch das Sacher mit den Sacher Würsteln und der berühmten Torte nicht zu verschmähen ist.

Die Vollpension, 1040 Wien (der sogenannte und mittlerweile bei Jung und Alt beliebte „Generationenbetrieb“ bietet ganz im 60-iger Jahre Stil verschiedenste Frühstück-Variationen an: Opa Pikant, Xunde Tant‘ (vegetarisch), Siasse Oma, Erbschleicher (für 2 Personen) und einige mehr; ein Geheimtipp auch für Kaffee & Kuchen nach Omas gutem, alten Hausrezept am Nachmittag)

Das Palmenhaus im Burggarten, 1010 Wien (nicht nur eine optische Augenweide, sondern auch reichhaltig an Frühstücksoptionen mitten im Winter „unter Palmen“ wie beispielsweise das Palmenhausfrühstück; zudem romantisch mitten im Burggarten gleich auf der Rückseite der Wiener Hofburg und einst des Kaisers Garten gelegen)

Meierei im Stadtpark, 1010 Wien (eines der nobleren Frühstücksmöglichkeiten in Wien ebenfalls mitten im Park, dem schönen Wiener Stadtpark, und zum berühmten Steirereck dazugehörig; auf wunderschönen dreistöckigen Silberetageren wird ein reichhaltiges Frühstück von süß über pikant serviert; besonders vielfältig sind die warmen Wiener Mehlspeisen sowie das österreichische Käsesortiment)

3.) Kulinarik / Lunch-Tipps

Bar zum Schwarzen Kameel, 1010 Wien (DIE Wiener Institution und schon bald 400 Jahre alt, aber immer noch mit den absolut besten (!) Brötchen der Stadt; erst jüngst vergrößert und im Stil eines Gourmetladens mit Bar erweitert mit traditioneller Mittagskarte; ein Must-be in Wien)

Jamie’s Italian Vienna, 1010 Wien (einer der Neueröffnungen der Stadt der letzten Wochen und sicherlich ganz besonders für die Jüngeren in der Familie ein Tipp; angeboten wird eine traditionelle italienische Speisekarte mit Pasta, Pizza & Co; zum Ausklang gibt es herrlichen italienischen Espresso an der Bar)

Mercado, 1010 Wien (in leicht adaptiertem und auf wunderschöne Pastelltöne umgestelltes Ambiente genießt man seit einiger Zeit – dank eines neuen Kochs – „Latin inspired market cuisine“; gemeint ist eine leichte aber aromatische Version der lateinamerikanischen Küche ergänzt um Weine, Cocktails und Spirituosen aus diesem Teil der Welt; seit Neuestem gibt es sogar eine eigene Cigar Lounge im Keller)

Marco Simonis Bastei 10, 1010 Wien (ein Geheimtipp für alle Food- und Interior-Liebhaber mit täglich wechselndem Menü von Marco Simonis und seinem Team selbst und stets frisch zubereitet inkl. wunderschönem Concept Store zum Schmökern und Shoppen kleiner Mitbringseln)

4.) Gourmettipps / Abendessen

Insider-Tipps vor dem Dinner: ein Aperitivo an der neu und sehr stylish gestalteten Hotelbar des Park Hyatt mit großer Auswahl an eigenen Signature Drinks oder an der legendären Onyx Bar im Hotel Do & Co im Haas Haus mit Traumblick auf den Stephansdom sowie die weihnachtlich dekorierte Kärntner Straße.

Steirereck, 1010 Wien (die „Crème de la Crème“ an Wiener Restaurants als derzeit No.10 Top-Restaurant der Welt rangierend und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; ob der Exklusivität dieses Gourmettempels empfiehlt sich ein 6- oder 7-gängiges Abendmenü begleitet von (inter)nationalen Spitzenweinen, professionellem Service sowie dem größten Brot- und Käsewagen Wiens)

Spelunke, 1020 Wien (Neueröffnung als die edelste „Hafenkneipe“ der Stadt; passend zum Namen gibt es nicht nur ein Spelunken-haftes, aber sehr hochwertiges Interior Konzept mit Graffitikunst an harten Burschen, Seemännern und Taucherszenen an den Wänden, sondern auch Hafen-taugliche Speisen; absolut empfehlenswert der Steckerlfisch auf Holzbrett serviert; abends verwöhnt ein DJ analog-affine Besucher mit cooler Schallplattenmusik)

Aï Restaurant, 1010 Wien (jüngste Neueröffnung mit asiatischer Küche im Goldenen Quartier nach hochwertiger, japanischer Zen-Küchenphilosophie; eine großzügige Bar lädt zu Cocktails ein, die Schauküche ebenerdig sowie die Sushibar im ersten Stock erschweren die Entscheidung, wo man denn am liebsten essen würde; Aï steht für „innovative Asian Cuisine“ mit Zutaten aus Asien selbst, teils aus Österreich, teils aus anderen Ländern; eines der stylischten (!) Restaurants mit atemberaubendem Interior Konzept zur Zeit)

Typisch Wiener Küche

Meissl & Schadn, 1010 Wien (der neueste Schnitzel Hotspot der Stadt und Teil des Hotels Grand Ferdinand; hier kann man ganz unter dem Motto „Schnitzel Love“ nicht nur eines der besten Wiener Schnitzel essen, sondern jeden Dienstag und Freitag ab 17 Uhr einen Schnitzel- resp. vorab einen Apfelstrudel Workshop für die ganze Familie buchen; dauert etwa 1 Stunde und ist sicherlich ein Erlebnis für alle)

Restaurant zum Schwarzen Kameel, 1010 Wien (auch das Restaurant, nicht nur die Bar, wurde jüngst einem Facelifting unterzogen und erstrahlt in neuem Glanz; eigentlich DER traditionelle Hotspot und Geheimtipp für Wiener Schnitzel oder Kalbsrahmgulasch und gerne als „das Wohnzimmer der Wiener/Innen“ bezeichnet, denn dort trifft sich das „Who is who“ der Stadt, um über Politik, die Wirtschaft und die Welt zu diskutieren)

Salonplafond im MAK, 1010 Wien (das ursprünglich vom Hamburger Starkoch Tim Mälzer gegründete Restaurantkonzept besticht in stylischem Ambiente des MAK – Museum für angewandte Kunst – durch schnörkellose Wiener Küche mit lokalen Zutaten aus der Umgebung; denn Schnörkel bietet der berühmte Plafond des Restaurants schon genug; auch hier empfiehlt sich vorab ein Aperitif an der Bar)

Ludvig van, 1060 Wien (seit kurzem mit einer Haube ausgezeichnet (!) beweist Walter Leidenfrost eindrucksvoll seine Neuinterpretation der österreichischen Küche sowie seine ungewohnte Deutung ihrer Traditionen; als „erste Geige“ in der Küche wählt er zusammen mit seinem Wein-Consultant und Lieferanten Robert Stark perfekt passende Weine zwischen Klassik und Moderne aus; gespeist wird schließlich in typisch Wienerischem Ambiente)

X-Mas Pop-up Restaurant

Brieftaubenkobel, 1010 Wien (ein absoluter Geheimtipp für die Adventszeit seitens der Familie Eselböck aus dem Burgenland; ein „One Shot“ als Top-Restaurant mit kleinem oder großem Abendmenü in den antiken, imperialen Räumlichkeiten der Alten Post (daher auch der Name!), denn in 2018 soll das Post Palais in ein 5-Sterne Hotel respektive Luxus-Appartments umgebaut werden; auch hier lädt eine kleine, intime Bar als Séparé vorab auf Aperitif ein, danach diniert man unter den kaiserlichen Augen von Franz Joseph I wie anno dazumal schlichtweg „kaiserlich“)

5.) Christkindlmärkte

Weihnachtsmärkte gibt es in Wien viele, meine persönlichen Favorits reduzieren sich allerdings auf vier: neben dem Alt Wiener Christkindlmarkt auf der Freyung, jener vor Schloß Schönbrunn, das Weihnachtsdorf beim Schloß Belvedere sowie der Art Advent am Karlsplatz. Alle deshalb, da sie tatsächlich noch Handwerkskunst, sehr schöne Geschenksideen sowie eine Vielzahl an Heißgetränken und kulinarischen Häppchen auch aus anderen österreichischen Regionen anbieten. Zudem ob ihrer Lage an einer schönen Kirche oder einem imperialen Schloß gelegen. Sehr stimmungsvoll, fast schon romantisch und weihnachtlich!

Ein relativ neuer Zugang ist der Rooftop Adventsmarkt des Ritz-Carlton Hotels bestehend aus 3 Punschständen und einer richtigen Tiroler Hütte, der kleinste und exklusivste Weihnachtsmarkt in Wien. Empfohlen wird auch jener am Wilheminenberg, diesen kenne ich allerdings noch nicht persönlich.

6.) Kaffe & Kuchen

Neben den eingangs schon erwähnten zahlreichen Wiener Traditions-Kaffehäusern empfiehlt sich auch die Vollpension perfekt für einem Nachmittag bei Oma’s Kaffee & Kuchenbuffet sowie die relativ noch neue K&K Gerstner Konditorei gleich an der Wiener Staatsoper. Sehr imperial, ein wenig Sissi-like und ideal auch zum Stöbern für süße Souvenirs und Geschenke. Zudem darf in der Weihnachtszeit ein Besuch im Café Demel mit der berühmten offenen Confisserie nicht fehlen. Da dieses K&K Kaffeehaus bei vielen Wienbesuchern sehr beliebt ist und in jedem Touristenführer steht, empfehle ich eine „schnelle“ Melange mit Mehlspeise im Erdgeschoß am Tresen. Denn hier bekommt man am besten den Flair dieses Kaffeehauses mit. Auch gäbe es zahlreiche Süßigkeiten als Mitbringsel zum Shoppen. Hervorragend ebenso der Demel Striezel zum Mitnehmen mit Mandelsplittern!

Last but not least, hat das Sacher Eck nach fast 1-jähriger Umbauphase letzte Woche wiedereröffnet und bietet nun mit einem zusätzlich im ersten Stock adaptierten Restaurantbereich zahlreiche Sitzplätze. Denn bei einem Wienbesuch im Advent darf schon ein wenig Klischee & Tradition dabei sein!

7.) Kunst / Kultur

Sollte jemand bei dieser Kulinarikreise durchs weihnachtliche Wien dennoch Lust auf ein Kulturprogramm verspüren, dann sollte man derzeit weder das neu eröffnete Weltmuseum gleich bei der Wiener Hofburg noch die derzeit stattfindende Rubens Ausstellung im KHM, dem Kunsthistorischen Museum, versäumen. Beide zählen zu meinen absoluten Lieblingsmuseen in Wien! Während das Weltmuseum in 14 kuratierten Schauräumen eine – im wahrsten Sinne des Wortes – ethnografische Weltreise durch alle 5 Kontinente darstellt, zeigt das KHM rund 40 Gemälde als Querschnitt zum Schaffen von Peter Paul Rubens.

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