Ein Beach-Wochenende in Milano Marittima

Auch die schönste Stadt möchte man von Zeit zu Zeit verlassen und auf Reisen gehen. Milano Marittima – das maritime Mailand an der Adriaküste wie es auch genannt wird und viele Milanesen, aber auch andere Italiener und internationale Badegäste anlockt – ist ein sehr gehobener, chicer Badeort der Komune von Cervia. Gerade zu Beginn einer neuen Sommersaison eignet er sich sehr gut zur Einstimmung auf Beach, Sonne und Meer, das erste Bräunen am Sandstrand, gutes italienisches Essen und trendiges Shoppen von Strandkleidung, Accessoires und vieles mehr in den Edelboutiquen.

Die Faszination, die dieser Badeort hingegen auf mich auslöst, ist der angrenzende, herrlich nach Pinien duftende und Schatten spendende Pinienwald – „la pineta“! Einen typischen Sommertag in Milano Marittima beginne ich daher zeitlich morgens, wenn die Hitze noch halbwegs erträglich ist, mit einer Joggingrunde durch diesen Wald. Schon beim Verlassen des Hotels erwartet mich Anfang Juni der herrliche Duft von Jasmin, der viele Wege durch den Ort säumt. In weniger als 3 Minuten bin ich bereits im Pinienwald und drehe meine Runden, welche – dank einer Initiative der Gazetta dello Sport – sehr gut mit Kilometertafeln beschildert und um einen Fitnessparcours mit einfachen Outdoor-Geräten ergänzt ist. Auf dem Rückweg gönne ich mir einen cremigen Cappuccino in einer der trendigen italienischen Bars und werfe einen ersten Blick in die Schaufenster der Boutiquen, die um diese Zeit noch ganz verlassen sind. 

Nach ausgiebiger Dusche und Frühstück lädt für den Rest des Tages der Strand zum Verweilen mit Freunden ein. Die meisten Hotels besitzen ein hoteleigenes, sehr gepflegtes Bagno mit Strandbar, auch Tretboote können oft direkt vor Ort gemietet werden. Wem die Bars dennoch zu teuer sind oder einfach Abwechslung sucht, holt sich zwischendurch von einer der zahlreichen und für diese Gegend typischen Piadinaständen eine leckere Piadina mit Erfrischungsgetränk. Nebst dem Pinienwald der zweite Geheimtipp aus meiner Sicht.

Nach einem entspannenden Strandtag mit Lesen, Einschlafen in der Sonne, Musik hören und Schwimmen im Meer empfiehlt sich ein Sundowner – in Italien gerne Aperitivo genannt – an einer der Hotel- oder Cafébars. Abends verwandelt sich dieser Nobelort schließlich in einen typischen italienischen Laufsteg: ich staune Jahr für Jahr wie chic die Italienerinnen sich fürs Abendessen kleiden und wie edel und schwindelerregend hoch ihre Highheels sind. Nach und vor dem Essen wird gerne flaniert und wer es sich leisten kann, betreibt nicht nur Window Shopping, sondern kauft tatsächlich großzügig in den zahlreichen Boutiquen ein. Es gibt hier nicht nur namhafte Marken, sondern vor allem sehr edle Multi-Marken-Stores mit toller Auswahl an Kleidung und Accessoires. Am faszinierendsten sind natürlich die vielen Schuhgeschäfte 🙂 !

Wer dem Trubel allerdings für einige Stunden entfliehen möchte, leiht sich ein Fahrrad aus und fährt zur Casa delle Aie, ein mitten im Pinienwald gelegenes Art italienisches Gasthaus mit preiswerten und absolut köstlichen, einfachen Gerichten nach „nonna’s“ Rezept. Egal ob die Vorspeisen, an denen man sich schon satt essen könnte oder die zahlreichen Pasta- und Fleischgerichte. Mein Geheimtipp Nr. 3!

Wer lieber an der Adria Fisch essen möchte, besucht den meist von Donnerstag bis Sonntag Anfang Juni stattfindenden Fischmarkt in Cervia, welcher nicht nur durch die ausgezeichneten Gerichte „al mare“, sondern auch durch den kleinen Kunsthandwerksmarkt besticht, auf dem ich schon so manches Schnäppchen erstanden habe. Besonders die Schmuckstände sind dort sehr schön und äußerst preiswert. Ideal für das eine oder andere Mitbringsel. Absolut empfehlenswert ist auch das Mini-Atelier von Rita G. für Interieur Design und selbst entworfene und in Italien produzierte Dekosachen „per la casa“ am Torso G. Mazzini 25 in Cervia. Ich habe erst bei meinem letzten Besuch eine wunderschöne Stehlampe für meine Wiener Wohnung erstanden, ein wahres Unikat :-). Wer etwas chicer in Cervia essen gehen möchte, dem empfehle ich das erst in 2017 neu eröffnete Bar & Restaurant „Officine del Sale“ in der Via Evangelisti 2. Inspiriert durch den Salzabbau in der Emilia Romagna ist dieses Lokal in einem einfachen Ziegelbau aber mit absolut modernem Glasdesign und Inneneinrichtung angesiedelt, es empfiehlt sich unbedingt einen Tisch vorab zu reservieren! Auch dort besticht die Karte durch absolut frische Fischgerichte!

Zurück in Milano M.Ma lasse ich die vielen Nachtbars spät abends lieber aus (nicht mehr zeitgemäß für mich!), dafür stellt den Abschluß eines Strandtages ein großes „gelato“ beim lokalen besten Eishersteller, L’Ottocento, im Stadtzentrum dar. Auch dieses, sehr traditionelle Geschäft kann man einfach nur als edel bezeichnen: die Eissorten selbst sind in tiefgekühlten Behältern mit Goldhaube bestens aufbewahrt und werden beim Auswählen vor den Augen des Gastes noch so richtig von Hand cremig aufgeschlagen – ein wahrer Eisgenuss! Und wer tags darauf Lust auf Kultur und Sightseeing hat, macht einen Ausflug ins angrenzende Rimini (auch Venedig ist nicht weit weg) oder zum Modeshopping nach Bologna, nicht nur älteste Universitätsstadt der Welt, sondern auch Firmensitz der weltberühmten Taschenmarke Furla. Touristisch nicht sehr überlaufen und absolut sehenswert.

Eines der renommiertesten Hotels in Milano Marittima – alte Tradition mit modernem Design und Luxus verbindend – ist wohl das Mare Pineta Resort Hotel unweit der schönen Pinienhaine. Ein wahrer Hideaway!

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2 Kommentare zu „Ein Beach-Wochenende in Milano Marittima

  1. Tollen Post hast du da geschrieben! Ich war auch schon mal in Milano Marittima, wusste ja aber gar nichts von den Geheimtipps!! Vielleicht habe ich bald mal wieder die Chance, mir das anzusehen 😉
    LG und weiter so!

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