Wien: Mit Beethoven aus der Reihe tanzen

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Wann seid ihr das letzte Mal in eurem – zugegeben zur Zeit sehr turbulenten Alltag – aus der Reihe getanzt? Da Reisen im Augenblick nur in beschränktem Maße möglich ist, lade ich euch heute als Urlaubsgast in die eigene Stadt, um diese auf den Spuren von Ludwig van Beethoven im großen Jubiläumsjahr neu zu entdecken. Abseits von Touristenströmen mit ganz viel Muße, Raum, Zeit und Genuss, denn besonders Kunst, Tanz und Musik inspirieren mich immer wieder aufs Neue bei meinen persönlichen Insidertipps für Wien. Also packe ich spontan meinen Koffer, kehre meiner Wiener Wohnung mit Home Office den Rücken zu, begebe mich mit der U4 „auf die Reise“ vom 4. in den 9. Bezirk und checke mit Begleitung im charmanten Boutiquehotel The Harmonie Vienna im trendigen Servitenviertel ein. 

Schon an der Rezeption werden wir freundlich empfangen und über unser Beethoven Hotel-Package informiert, welches nicht nur Eintrittskarten ins Wiener Klangmuseum (dem Haus der Musik), einen selbstgeführten Stadtspaziergang auf den Spuren Beethovens mit der neuartigen Audio-App ivie des Wien Tourismus, sondern auch zwei 48-Stunden Wien Karten für die Öffis beinhaltet. Nach all‘ der informativen Einführung – speziell in die Funktionen dieser neuen App – können wir es kaum erwarten, unsere Suite im 5. Stock zu beziehen. Vorher schweifen aber unsere neugierigen Blicke noch kurz durch die Hotellobby sowie die angrenzende Bibliothek. Über beide hatte ich im Vorfeld schon viel auf der Homepage des Boutiquehotels gelesen. Denn das 4 Sterne Art. Boutique. Unique. Hotel verkörpert ein sehr visionäres Kunstkonzept, welches Tanz und Malerei auf inspirierende Art und Weise vereint.

So findet sich etwa in Hotellobby, Bibliothek und Frühstücksraum sowie auch auf allen Gängen, Zimmern und Suiten die unverwechselbare Kunst von Luis Casanova Sorolla, einem in Wien lebenden zeitgenössischen Künstler mit peruanischen Wurzeln, welcher mit Tanzbewegungen einmalige Kunstwerke schafft. Hierzu werden die Choreografien von Solisten der Wiener Staatsoper farbenfroh und dynamisch auf Papier festgehalten und ergeben im Rahmen der künstlerischen Kooperation „Signapura“ übers ganze Boutiquehotel liebevoll verteilt ein harmonisches Gesamtkunstwerk.

Dieser Hauch von Kunst, Tanz und Musik zieht sich im wahrsten Sinne des Wortes wie ein roter Faden auch im Farb- und Interior Designkonzept des Hotels durch. Man muß schon förmlich auf eine kleine Entdeckungsreise gehen, um all‘ die harmonisch aufeinander abgestimmten Details und Designelemente zu erkunden. Zurückzuführen ist dieser sehr anmutende, ästhetische Charakter auf das einstige Harmonie-Theater in der gleichnamigen Straße, der Harmoniegasse, mit den imposanten Fassaden der historischen Gebäude des bekannten österreichischen Architekten Otto Wagner.

Zahlreiche Gäste des Harmonie Vienna besuchen Wien aufgrund des vielseitigen Kunstangebotes und wissen es zu schätzen, Kunst und Musik auch in ihrer Unterkunft wiederzufinden.“ (Sonja Wimmer, General Manager und Hotelière des Jahres 2017)

Nun ist es aber endgültig Zeit, die Suite zu beziehen, unsere Koffer auszupacken und auf eine musikalische Stadterkundungstour zu gehen. Das stilvolle Interior Design zeichnet auch die Zimmer und Suiten des Boutiquehotels aus und nebst dem wirklich beeindruckenden Ausblick auf den 9. Bezirk sowie die Weinberge Wiens im goldenen Herbst, fallen uns auch hier sofort die kleinen Details auf. So gibt es nicht nur zu unserer Sicherheit ein sehr sorgsam zusammengestelltes Anti-Corona-Kit für die Handtasche, sondern zu unserer Stärkung auch eine farblich ins Designkonzept perfekt passende Nespresso Kaffeemaschine. Besonders charmant finde ich den Schokoladengruß des Hotels auf unserem Bett sowie die Ballettschuhe aus Papier, welche um „Bitte nicht stören“ respektive „Bitte das Zimmer reinigen“ ersuchen. Ein eigenes Polstermenü kommt sogar den Schlafgewohnheiten der Gäste entgegen.

Da unser Haus ja in einem der ersten Bauwerke von Otto Wagner untergebracht ist und wir mit unserem Design das klassische kulturelle Erbe Wiens mit moderner Kunst verbinden, liegt es auch nahe, Jubiläen wie den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven in unser Angebot zu integrieren. Hinzu kommt die geografische Nähe zu manchen Stationen aus Beethovens Leben.“ (Sonja Wimmer, General Manager)

Nach einem starken Espresso geht es nun auf zu unserer ersten Erkundungstour rund um Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag wir in 2020 mit zahlreichen Sonderausstellungen, Konzerten und Events in Wien feiern. Unser Weg führt uns heute ins Kunsthistorische Museum, wo erst vor wenigen Tagen die neue Beethoven Ausstellung „Beethoven bewegt“ eröffnet wurde. Zuvor machen wir aber noch einen Abstecher auf die neue MQ Libelle im Museumsquartier. Wiens jüngste und sehr moderne Aussichtsplattform, welche einen direkten Blick auf die imperialen Architekturjuwele, die beiden Habsburger Museen, bietet. Mit diesem einzigartigen Blick über Wien hat sie alle Chancen der Welt schönste Kulturterrasse zu werden! Obwohl die bauliche Form gar nicht einer Libelle entspricht (eher einer geschwungenen, gläsernen Figur), so verkörpert dennoch die Architektur mit den wunderschönen Lichtkreisen „das Luftige, Flirrende und Leichte“ einer Libelle. Besonders bei Reflexion des Sonnenlichtes untertags. Ich bin überzeugt, Beethoven als großer Wienfan und begeisterter Spaziergänger hätte diesen Ausblick geliebt.

Mit der neuen Sonderausstellung „Beethoven bewegt“ möchte das Wiener KHM, ein Museum bekannt für die fünftausend Jahre umfassende Habsburger Sammlung, die Unmengen an Anknüpfungspunkte der epochalen Bedeutung Beethovens Musik mit (zeitgenössischen) Künstlern aufzeigen. So finden sich in der kleinen, aber feinen Ausstellung Werke von Anselm Kiefer, John Baldessari, Guido van der Werfe, Tino Sehgal oder gar Skulpturen von Auguste Rodin. Für mich am beeindruckendsten in dieser Erlebnisschau für alle Sinne – wenn auch mit starkem Fokus auf das Hörerlebnis – ist gleich im ersten Ausstellungssaal die Klanginstallation in Form eines schwebenden Konzertflügels von Rebecca Horn. Ein Flügel, welcher sich während der Musikinszenierung alle 15 Minuten öffnet respektive wieder schließt, „schockiert“ und bewegt auch Nicht-Pianisten.

Erstmals gezeigt wird zudem der Holzboden aus Beethovens Sterbezimmer, eine ebenso ganz spezielle Erfahrung mit diesem großen Komponisten, welche absolut berührt. Jedenfalls gilt es, sich bei dieser Sonderausstellung einzulassen auf dieses besondere (Hör)Erlebnis mit Ludwig van Beethoven, welches jeder von uns ganz bestimmt unterschiedlich wahrnehmen wird. Zur Einstimmung findet ihr übrigens auf Spotify eine eigene Playlist des Museums sowie diverse Podcasts, welche schon im Vorfeld zur Ausstellung entstanden sind. Abschließend genehmigen wir uns unter der imposanten Kuppel des Kunsthistorischen Museums und in dieser ganz besonders imperialen Atmosphäre eine Wiener Melange mit Mehlspeise im KHM Café.

Eine halbe Stunde später lassen wir uns durch das Künstlerviertel des 7. Bezirks treiben, bummeln durch diverse Gassen, blicken in kleine Galerien und Geschäfte, besuchen Concept Stores auf der Suche nach Mitbringseln und spazieren dank der ivie App über die Gumpendorfer Straße zurück. Vorbei am Restaurant Ludwig van sowie dem Theater an der Wien. Beides Adressen, an denen Beethoven einst wohnte und komponierte. Sowie dem Ort der Uraufführung seiner einzigen Oper, dem Fidelio. Unser Stadtspaziergang führt uns schließlich zurück in die Innenstadt über die Wiener Secession mit dem berühmten Beethovenfries von Gustav Klimt, welches anlässlich einer großen Beethoven-Ausstellung 1902 entstanden ist und eine Hommage an die 9. Symphonie sein sollte. Angekommen im 1. Bezirk kehren wir – wie es sich für einen traditionellen Wienbesuch gehört – im Schwarzen Kameel ein und lassen den ersten „Urlaubstag“ in Wien bei berühmten Brötchen und Prosecco ausklingen.

Frisch ausgeschlafen erwartet uns am zweiten Tag ein köstliches regionales Bio-Frühstücksbuffet mit vielen frischen Zutaten aus Wien und Umgebung sowie eine zusätzliche Karte mit warmen Eigerichten. Letztere spiegelt die sonst so internationale Gästeschar des Harmonie Vienna wider. Schließlich entscheiden wir uns bei der Auswahl an nordischem, steirischem, amerikanischem, ungarischem und japanischem Frühstück für Eierspeise mit Kürbiskernöl aus der Steiermark.

Unser heutiger Musiktipp führt uns ins lokale Klangmuseum, dem Haus der Musik. Entstehungsort der Wiener Philharmoniker. Herzstück mit einzigartigen Exponaten und detaillierten Informationen zu Beethovens Leben und Werk ist der Beethoven-Raum in der Etage der Großen Meister. Nebst Mozart, Haydn und anderen. Musikalische Auszüge aus seinen berühmtesten Kompositionen wie der 9. Symphonie oder der Mondscheinsonate respektive Bühnenbildentwürfe zu Fidelio umrahmen die Präsentation der historischen Objekte. Im Jubiläumsjahr wurde die Dauerausstellung mit Objekten aus der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek ergänzt und zeigt nun ebenso wertvolle Briefe Beethovens an seinen Bruder Nikolaus Johann (darunter das berühmte Heiligenstädter Testament), Blätter aus seinen Haushaltsbüchern sowie private Einblicke in Beethovens Beziehungen zu den Frauen. Zu sehen sind darüber hinaus eine Lebend- und Totenmaske, die einstige Eingangstüre zu Beethovens letzter Wohnung sowie eine Übersicht zu seinen häufigen Wohnungswechseln. Eine eigene Klang- und Hörinstallation läßt uns zudem Beethovens fortschreitenden Gehörverlust nachvollziehen. 

Ich habe selbst über 10 Jahre Klavier gespielt und zahlreiche Sonaten von Beethoven geübt und gespielt.“ (Sonja Wimmer, General Manager)

Nachdem wir über zwei Stunden im wirklich beeindruckenden Klangmuseum verbracht haben, spazieren wir mithilfe der ivie App zurück ins Hotel und genießen den Nachmittag in der gemütlichen Bibliothek mit zahlreichen Büchern und Zeitschriften zu Kunst, Musik, Tanz und Geheimplätzen in Wien. Da das Hotel The Harmonie Vienna über kein eigenes Restaurant verfügt, besuchen wir passend zu unserem musikalischen Wienaufenthalt das Restaurant Schubert auf der Mölker Bastei, gleich neben dem berühmten Pasqualatihaus. Ebenso eine der zahlreichen Wohnstätten Beethovens, welche wir am Folgetag noch einmal besuchen werden.

Für den dritten „Urlaubstag“ in der eigenen Stadt haben wir uns ein ganz besonderes Beethoven-Programm vorgenommen und für nach dem herrlichen Hotel-Frühstück eine eigene Stadtführung bei Barbara Vrdlovec von Vienna Art Guide gebucht. Dies – wie schon die beiden Tage zuvor – bei strahlendem Wiener Herbstwetter. Die Tour ist zwar nicht im Hotel-Package des Harmonie Vienna inkludiert, aber wir gönnen sie uns trotzdem! Unter dem Titel „Auf Beethovens Spuren: Rebell, Sozialrevolutionär und Rockstar seiner Zeit“ treffen wir Barbara beim Beethoven-Denkmal in der Nähe des Wiener Stadtparks und lassen uns ein auf ihre charmanten und sehr informativen Erzählungen und Hintergründe zu Beethovens Leben und Werk durch den ersten Bezirk bis hin zur Mölker Bastei.

Bei all den Wirren, mit denen uns 2020 konfrontiert, darf ein wichtiger Geburtstag nicht untergehen, denn heuer wäre Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt geworden! Geboren in Bonn kam er als 16-Jähriger das erste Mal nach Wien, um hier wenige Jahre später für immer zu bleiben und mit seinem Schaffen zum Ruhm Wiens als Musikweltstadt für immer beizutragen. Bis heute haftet ihm das Image des virtuosen Genies wie auch des zurückgezogenen Eigenbrötlers an.“ (Barbara Vrdlovec, Inhaberin Vienna Art Guide)

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Aber wer war der Mensch hinter dem bahnbrechenden musikalischen Werk und dem vernachlässigten Erscheinungsbild wirklich? Im erst nach seinem Tod gefundenen Heiligenstädter Testament schrieb er: „Oh ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misanthropisch haltet oder erkläret, wie unrecht tut ihr mir …“. Bei einem Rundgang durch die Wiener Innenstadt, wo wir an Wohn- und Wirkungsstätten Beethovens vorbei spazieren, kommen wir dem Rebell, Sozialrevolutionär und Rockstar seiner Zeit langsam auf die Spur. Den kulinarischen Abschluss unseres Kurzurlaubes in Wien bildet am letzten Tag ein Besuch des endlich wieder geöffneten Café Demel, eine wahre Wiener Institution. Als ehemaliger K&K Hofzuckerbäcker aus dem Jahre 1786 hatte die traditionelle Konditorei mit Kaffeehaus leider seit dem Shutdown geschlossen gehabt. Umso erfreuter sind wir, endlich wieder eine Wiener Melange und die herrlich frischen Buchteln mit Vanillesoße beim Demel genießen zu können. Hier finden wir dann abschließend auch noch ein paar Geschenksideen.

Zwei Stunden später sperre ich im 4. Bezirk wieder meine Wiener Altbauwohnung auf, rolle meinen kleinen Koffer über die Schwelle, sichte die Post und habe tatsächlich das Gefühl, von einem Mini-Urlaub nach Hause zu kommen. So positiv haben die gemütliche Atmosphäre des Hotels, das nette Service und die vielen Sehenswürdigkeiten während des Beethoven Programms auf mich gewirkt. Ich werde mich noch lange an diese besonderen Eindrücke zurückerinnern!

Hotel The Harmonie Vienna, Harmoniegasse 5-7, 1090 Wien

Folgende Leistungen sind in eurem Beethoven Hotel-Package inkludiert:

  • 2 Übernachtungen im großzügigen Comfort-Zimmer
  • regionales Bio- & Genießer-Frühstücksbuffet
  • selbstgeführte Tour auf den Spuren Beethovens in Wien mittels Audio-App
  • Besuch des interaktiven Klangmuseums „Haus der Musik“
  • 48-Stunden Wien-Karte für alle öffentlichen Verkehrsmittel
  • entspannender Nachmittagskuchen in der Harmonie Lounge
Auch wenn ich vom Hotel The Harmonie Vienna inklusive Begleitperson zu diesem Beethoven-Package im Zuge einer Kooperation eingeladen wurde, entspricht mein Hotelporträt ausschließlich meinen ganz persönlichen Eindrücken!
Copyrights Coverfoto © KHM

 

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