Mailand: Die Stadt der Kunst & Mode

Mailand

M wie Mailand. M wie Mode. Kaum eine andere europäische Stadt wird so sehr mit eleganter Mode in Verbindung gebracht wie die Hauptstadt der Lombardei. Dabei ist Mailand vor allem eines: the capital of design. Den Namen hat es sich wahrlich dank der international größten Möbel- und Designmesse, der Salone del Mobile, hart verdient. Seit der Expo in 2015 ist die Modestadt aber auch von einem wirtschaftlichen Boom beseelt, die Stadt pulsiert, das Business läuft. Ich selbst bin ein großer Mailandfan, kenne die Stadt aufgrund vieler Modemessen und Design Meetings als Modemetropole und durfte im Mai – dank einer Kunstreise zusammen mit dem Belvedere Cercle – diese Stadt auch von der Kunstseite her kennenlernen. Entdeckt mit mir die absoluten Fashion- und Kunst-Hotspots der Stadt an angesagten Bars, Restaurants und Kunstschauplätzen!

Insidertipps an Bars & Restaurants

Mailands jüngster Fashion-Hotspot trägt den Namen Prada! Dort, wo sich untertags die Kunstliebhaber treffen und die zahlreichen Ausstellungen der Prada Foundation besuchen, zeigen sich abends auf der jüngst eröffneten Rooftop Bar des neuen Prada Towers die Fashionistas dieser Stadt. Treffen sich Models, Modefotografen und jene, welche von der großen Catwalk-Karriere träumen …. Sowie alsbald schon alle Prada-Fans zur After Show Party, denn die nächste Fashion Week kommt bestimmt. In Mailand gibt es kaum ein Luxuslabel, welches noch nicht sein eigenes Lifestylehotel oder Museum eröffnet hat! Auch wenn wir uns so manche Marke wie Bulgari, Trussardi, Armani oder Dolce & Gabbana – mit Ausnahme ihrer Kosmetik, Düfte oder Accessoires – nicht wirklich leisten können oder wollen, hat es schon einen gewissen Twist, zumindest für einen einzigen Abend Gast in ihren Fashion Bars oder Restaurants zu sein.

1.) Neue Prada Rooftop Bar & Restaurant Torre

Die von Stararchitekt und Miuccia Pradas Freund, Rem Kohlhaas, vor 3 Jahren in einem ehemaligen Industrieviertel der Stadt erbaute Fondazione Prada hat nun endlich auch seinen Torre. Schon kurz vor Eröffnung war klar, dass der geplante Turm im komplett neu errichteten Prada Museum nicht fertig werden würde. Kohlhaas hatte damals in der ehemaligen Gin Destillationsfabrik versucht, ein Maximum an altem Baubestand zu erhalten, diesen für die Besucher und Liebhaber zeitgenössischer Kunst „stilettofreundlich“ einzurichten und dem dazugehörigen Neubau dank Blattgold einen Prada gebührenden Glamour zu verleihen.

Nun wurde der Turm als weitere Ausstellungsfläche endlich fertiggestellt und beherbergt nicht nur eine großzügige Rooftop Bar mit Blick über die Stadt, sondern auch ein ebenbürtiges Restaurant mit italienischer Küche und Patisserie. Dieses ergänzt sich ideal mit der bereits bestehenden Retro-Cafébar im Eingangsbereich der Fondazione! Die laufend wechselnden Ausstellungen ziehen nicht nur ein Kunstpublikum, sondern auch so manch‘ Fashionistas an. Das dargebotene Programm ist extrem vielseitig, daher würde ich euch auf alle Fälle eine persönliche Führung empfehlen. Ich selbst hatte im Mai zu den beiden italienischen Kunstrichtungen Futurismo sowie Novecento eine Ausstellung zur Zwischenkriegskunst von 1918 bis 1945 gesehen, welche mich thematisch sehr stark an die derzeitige Ausstellung „Klimt ist nicht das Ende“ im Oberen Belvedere erinnerte.

Fondazione Prada, Largo Isarco, 2, 20139 Mailand

2. – 5.) Angesagteste Aperitivo Bars

Ein anderer Hotspot der Stadt, welcher Exklusivität und Luxus versprüht, ist die hoteleigene Bar des Bulgari Hotels im schönen Stadtviertel Brera, nicht weit von der Mailänder Scala sowie des Armani Hotels entfernt. Die Bar mit Restaurant besticht vor allem durch den exquisiten, mit wunderschönen Loungemöbeln und Blick ins Grüne gestalteten Garten, welcher auf 50 Gäste „only“ beschränkt ist. Absoluter Pluspunkt sind die während der italienischen Aperitivo Time gereichten salzigen Häppchen, welche an der Bulgari Bar besonders großzügig ausfallen. Ganz anders vom Stil und den Cocktails her ist die mitten in der Stadt gelegene Dolce & Gabbana Martini Bar. Im sogenannten Modequadrat, dem Quadrilatero della Moda, welches durch die vier bedeutendsten Luxusmeilen der Stadt gebildet wird und zwischen der Via Monte Napoleone, der Via Manzoni, der Via della Spiga sowie dem Corso Venezia liegt, findet ihr wirklich alle italienischen Marken von Weltruf. Ich hatte letztes Jahr darüber berichtet und meine ganz persönlichen Mailänder Shopping-Tipps für euch zusammengestellt.

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Mitten in diesem Modegeschehen (ums Eck der Via della Spiga) und umgeben von sämtlichen Dolce & Gabbana Boutiquen für Men and Women findet ihr die coole Dolce & Gabbana Bar mit gleich zwei schattigen Innenhöfen. In einem der obersten Stockwerke dieses wunderschönen alten Palais befindet sich übrigens das private Haute Couture Design Studio für Herren, wo ausschließlich Privatkundentermine entgegen genommen werden.   

More „fashionable“ und weiterhin mein absoluter Lieblingsstore ist das berühmte Corso Como 10, wo sich während der Mailänder Fashion Week noch heute das Who is Who der Modeszene trifft, auch wenn leider die Gründerin des weltweit bekanntesten Concept Stores und Herausgeberin der Vogue Italia, Carla Sozzani, mittlerweile verstorben ist. Inmitten dieses Concept Stores mit den trendigsten und kostbarsten Highlights an Fashion und Accessories sämtlicher Modelabels ist die gleichnamige Bar mit Restaurant untergebracht. Mehr Fashionfeeling und Designinspiration werdet ihr in ganz Mailand nicht finden können.

Apropos Design! Für alle Kunstfans und Design Lovers unter euch, die es lieber modern und stylisch hätten mit einzigartigem Ausblick auf die neue Skyline der Stadt, hätte ich die Rooftop Bar mit dem gleichnamigen Restaurant Terrazza in petto. Beide befinden sich am Dach des 2007 eröffneten Triennale Design Museums im angesagten Parco Sempione. Das Museum beherbergt die bedeutendste Sammlung italienischen Designs der Moderne und bietet dem Betrachter Einblicke in die Vielfältigkeit und den Ausdruck des nationalen Designs im Lauf der Zeit. Neben Ausstellungen zeitgenössischer Kunst ist die Triennale ein Platz für Studium und Forschung sowie ein Treffpunkt für interaktive und experimentelle Kunst. Hier läßt es sich zudem köstlich speisen, nicht nur einen Sun Downer genießen 😉

6.) Ristorante Il Salumaio

Mailand ist nicht nur reich an Mode, Kunst und Design, sondern auch an wunderschönen historischen Innenhöfen. Ich mache mir immer einen Spaß daraus, bei jedem Stadtspaziergang durch die schönen alten Vierteln auch in die Innenhöfe und hinter so manches Tor zu blicken. Eines meiner Insidertipps wäre daher ein Dinner im Il Salumaio di Montenapoleone im Fashion District der Stadt. Dort, wo man untertags in kleinen, teuren Boutiquen wie Zili, Roccobarocco, ….. shoppen kann, speist man abends in fast römischem Innenhofflair gleich neben einem Museum. Die Küche ist italienisch und gehoben, wenn auch nicht top, das Personal – ähnlich wie in Paris – nicht immer am freundlichsten. Aber das Ambiente macht es wett! Und wenn ihr nur zum Fotografieren vorbeikommt oder Lunch. Unbedingt aber vorab reservieren, denn die Mailänder lieben dieses Ristorante.

Il Salumaio, Via Santo Spirito, 10, 20121 Mailand

Insidertipps an Kunstschauplätzen

Mailand ist bekannt für die optisch schönen Dinge im Leben, die Eleganz der modisch gekleideten Milanesen, das gute Essen, die Farbe des italienischen Weines, die chicen Modeboutiquen, die beeindruckende Architektur sowie schnelle Autos. Daher war es sehr verwunderlich als vor wenigen Jahren erste italienische Luxusmarken und Fashion Labels in die industriellen und häßlichen Randbezirke der Metropole gezogen sind, alte Fabriken oder Getreidespeicher aufkauft und plötzlich dort ihre Headquarters, Showrooms, Fotostudios und Private Foundations eröffnet haben. Nun ist aus dem einen oder anderen Industrieviertel ein trendiger Fashion District entstanden, Prada, Armani & Co haben viele andere, auch internationale Labels angezogen und die Mailänder Scala lagert heute in alten Fabrikshallen ihre Bühnenbilder und Requisiten. Es lohnt sich also ein Blick hinter alte Fabriksgemäuer in Kombination mit modernster Architektur! Nicht nur ein Besuch alter Villen und Palazzi mitten im Stadtzentrum. Ein Lokalaugenschein!

7.) Villa Necchi Campiglio

Diese einzigartige Villa mitten in der Innenstadt Mailands wurde 1935 vom Architekten Piero Portaluppi im Auftrag der Industriellenfamilie Necchi, Hersteller von Nähmaschinen, fertiggestellt. Sie erlangte aufgrund mehrerer Faktoren rasch große Bekanntheit: für die 30iger Jahre war diese Villa nicht nur an den gesellschaftlichen Status der Familie angelehnt, sondern extrem funktional mit vielen Arbeitsräumen für das Dienstpersonal. Zudem besaß die Villa erstmals einen beheizten Pool sowie einen überdachten Tennisplatz, purer Luxus zur damaligen Zeit. Durch die großzügigen Räume mit großen Fenstern im Erdgeschoß sowie dem Wintergarten gelang eine sehr schöne Symbiose zwischen der Natur des Parks sowie den Innenräumen der Villa selbst. Man hat daher den Eindruck in den Besucherräumen wie Bibliothek, großer Salon, Smoking oder Dining Room mitten im Park zu sitzen.

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2001 verstarb das letzte Mitglied der Familie Necchi, seit 2008 fungiert die Villa als öffentliches Museum. Zu sehen sind nicht nur die im Originalzustand erhaltenen und möblierten Räumlichkeiten der Villa, sondern auch die private Kunstsammlung der Familie. Besonders an heißen Sommertagen dank des wunderschönen Parks eine herrliche Abwechslung im sonst so hektischen Alltag dieser Design- und Modemetropole.

Villa Necchi Campiglio, Via Mozart, 14, 20122 Mailand

8.) Fondazione Carriero 

In Fußnähe der Villa Necchi befindet sich neben einem der ältesten Palazzi der Stadt aus dem 15. Jahrhundert die Fondazione Carriero in der Casa Parravicini. Seit 2015 in privater Hand zeigt die Foundation zweimal jährlich Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts. Absolut sehenswert ist derzeit die moderne, geometrische Kunst namens „Between the Lines“ des verstorbenen amerikanischen Künstlers Sol Le Witt basierend auf geraden Linien in Schwarz und Weiß. Diese einfache Bleistifttechnik wurde sehr rasch von Le Witt in Fotografie und Design integriert und steht in besonders spannendem Kontrast zu den historischen Räumlichkeiten des Palazzi.

Die Dramaturgie zur Ausstellung ist daher bestens inszeniert! Mit jedem Stockwerk steigt nicht nur die Begeisterung zu Le Witts Kunst. Sie findet ihren absoluten Höhepunkt im komplett neu renovierten Barockzimmer. Kuratiert wurde die Ausstellung übrigens unter anderem von Rem Kohlhaas, welcher uns schon bei der Prada Foundation begegnet ist. Leider endet diese Ausstellung Ende Juni, aber ich bin überzeugt, die nächste Kunstausstellung wird genauso sehenswert!

Fondazione Carriero, Via Cino del Duca, 4, 20122 Mailand

9.) Armani Museum

Von der Kunst zur Haute Couture, einer ganz besonderen Kunstform! Nicht versäumen solltet ihr das neue Armani Silos, eröffnet 2014 in einem ehemaligen Getreidespeicher als Museum zum 40-jährigen Firmenjubiläum der Marke. Denn die Erfolgsgeschichte von Giorgio Armani liest sich für mich wie ein wahres Märchen! Nachdem Armani sein ursprüngliches Medizinstudium nach 3 Jahren wieder abgebrochen, zur Armee gegangen und schließlich im berühmten Mailänder Kaufhaus, La Rinascente, als Auslagendekorateur gearbeitet hat, war sein Traum vom eigenen Department Store geboren. Bis es soweit kam, arbeitete Armani zuerst in der Herrenabteilung von Rinascente als Einkäufer ehe er bei Nino Cerruti als Men’s Designer für die Herrenkollektion verantwortlich war. Viele Jahre und Modekollektionen später – von Armani Privé über Giorgio Armani, Emporio Armani, Armani Jeans bis hin zu Armani 7, um nur einige zu nennen – eröffnete Giorgio Armani schließlich seinen berühmten Emporio Armani Flagship Store in der Mailänder Via Manzoni.

Sämtliche Modekollektionen unter diesem Label sowie eine eigene Armani Cosmetics, Armani Dolce oder Armani Fiori Kollektion beherbergend wirkt der Laden dank seines Warenangebots sowie der Rolltreppen über drei Etagen wie ein kleiner Department Store. Heute befindet sich über dem Store das berühmte Armani Hotel komplett in Armani Casa eingerichtet mit Direktblick auf den Mailänder Dom, Armanis Markenzeichen seiner Hotelkette. In 2014 widmete sich Armani schließlich zum Firmenjubiläum ein eigenes Museum.

Dieses repräsentiert für mich eine perfekte Symbiose zwischen seinem unverwechselbaren Modestil – klare Linien und Schnitte – sowie einer ebenso geradlinigen, klaren Architektur in der CI-Farbe des Hauses: Greige. Gezeigt werden laufend wechselnde Highlights seiner Kollektionen der letzten 4 Jahrzehnte, passende Mode Accessoires inklusive Schmuck sowie eine immens beeindruckende digitale Datenbank mittels übergroßer Touch Screens. Zudem beherbergt das Museum ein kleines Kino, eine temporäre Fotoausstellung sowie eine Armani Fashion Bar. Aus meiner Sicht ein absolutes Must-see bei eurer nächsten Mailandreise!

Armani Silos, Via Bergognone, 40, 20144 Mailand

10.) Pirelli HangarBicocca

Ein ganz besonderes Highlight für Kunstliebhaber jeder Art ist der neu gestaltete Pirelli Hangar, eine ehemalige Reifenfabrik der Marke, welche seit 2004 als Non-Profit Foundation im Norden Mailands fungiert. Gezeigt wird zeitgenössische Kunst mit Schwerpunkt auf Installationen sowie die anläßlich der Eröffnung inszenierte Dauerausstellung von Anselm Kiefer zu „The 7 Heavenly Palaces“ . Gezeigt werden riesige Stahlbetontürme, welche mich stark an den schiefen Turm von Pisa erinnerten, sowie übergroße Gemälde. Zu sehen ist eine andere Art von Kunst, wie man sie im Museum aufgrund der fehlenden Raumhöhe nicht zeigen könnte. Der Eindruck ist auf alle Fälle staunend und bleibend! Zudem ist der Eintritt kostenlos, eine Kids Ecke beschäftigt die Kleinen mit künstlerischen Aufgaben während die Erwachsenen die Installationen besichtigen und eine wirklich nette, stylische Bar zieht so manche Familie am Wochenende zum Brunchen an.

Pirelli HangarBicocca, Via Chiese, 2, 20126 Mailand

Solltet ihr noch mehr Insidertipps zu Mailand suchen und ein wenig im Künstlerviertel Brera shoppen wollen, dann empfehle ich euch abschließend meinen Mailandbericht vom letzten Sommer! In diesem Sinne wunderschöne Mailandreise!

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