Top-Neueröffnungen zu Kunst, Kulinarik & Design (No.11)

Gefühlt eröffnet derzeit monatlich ein gehobenes Hotel nach dem anderen. Man wundert sich schon, woher die Gäste kommen? Das Schöne für uns Locals ist jedoch, auch als Nicht-Hotelgast kulinarisch auf eine Reise gehen zu können, ohne einchecken zu müssen. Sei es zum Frühstücken im elegant-historischen Palaisstil, sei es zum Pizzaessen mit urbanem Hotelcharakter. Oder für einen Drink an einer der nobelsten Hotelbars im Neo-Renaissance Look. Hierfür wurde die letzten Jahre sehr viel renoviert, saniert und mit großem Gespür für Interior Design eingerichtet. Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist sicherlich für alle Architektur- und Designfreunde die Öffnung der generalsanierten Villa Beer – ein österreichisches Meisterwerk der Moderne aus der Feder von Josef Frank.

NEU: Restaurant Donauhof, 1020 Wien

Speziell in den Gastro-Medien sowie auf den sozialen Kanälen punktet derzeit der neu eröffnete Donauhof im zweiten Bezirk. Zurecht, wurde doch lange an der aufwendigen Renovierung gearbeitet. Ich erinnere mich noch an das vorweihnachtliche Taubenkobel Pop-up im Jahr 2019, als erstmals der vergessene Ballsaal eines ehemaligen Grand Hotels, später Holzlager, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Parallel hatten schon damals Visionär Cornelius Klimt und sein Team mit viel Engagement die vorderen Räumlichkeiten saniert und nun als Restaurant mit etwas ausgefallener Speisekarte sowie gut sortierter Weinauswahl eröffnet. Dabei steht Authentizität im Vordergrund! Die 5 Original-Kugellampen über der Bar stammen noch aus 1902 und wurden rein zufällig bei den Renovierungsarbeiten entdeckt. Aber auch die alten Thonet Stühle, das Fischgrätparkett oder die klassischen Tischgestelle sind ehemalige Zeitzeugen. Die Bar ist bewußt modern, jedoch ebenfalls mit Fliesenmustern der Jahrhundertwende gestaltet worden. Zu erwarten sind Klassiker der Wiener Wirtshausküche sowie wirklich gute Weine.

Donauhof, Engerthstraße 141, 1020 Wien

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NEU: Hotel Palais Chotek & Bar Sophie, 1090 Wien

Dort, wo einst Sophie Chotek, Fürstin von Hohenberg und Ehefrau des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand residierte, versprühen bereits das Entrée, die historische Prunkstiege sowie die Beletage mit ihrem Frühstücksraum fürstliche Eleganz. Das prachtvolle Palais im Stil der Neo-Renaissance war schon damals ein lebendiger Treffpunkt der Wiener Gesellschaft. Heute präsentiert es sich als stilvolles Hideaway – nicht unweit der Wiener Innenstadt sowie ums Eck der Votivkirche. Von außen eher unscheinbar, erkennt man die volle Größe aufgrund zweier Neu- und Anbauten erst auf den zweiten Blick in den ehemaligen Gärten des Palais. Die 164 Zimmer & Suiten schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. So wurden viele historische Elemente – wie etwa der große Kamin in der Bar Sophie, die wunderschönen hohen Türen mit ihren Original-Beschlägen sowie Parkettböden und Holzdecken liebevoll restauriert. Ebenso wie die prunkvolle Marmortreppe, über welche man nicht nur in die prachtvolle Beletage zum Frühstücken gelangt, sondern welche man ebenso von der Bar aus, einen Signature Cocktail genießend, bewundern kann. Viele der Zimmer haben aufgrund des Neubaus zumindest einen modernen französischen Balkon, etliche sogar eine wunderbare, begrünte Dachterrasse mit tollem Ausblick in die Weinberge der Stadt. Nur die Gärten des ehemaligen Palais hatte ich mir ehrlich gestanden größer und prächtiger vorgestellt gehabt. Sie wurden leider allzu sehr verbaut.

Viel beeindruckender ist hingegen die Tagesbar „Sophie“, welche auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich ist und im Stil eines Salons an die einstige Gastgeberin des Hauses erinnert. Dort kann man in wirklich sehr noblem Rahmen ab 10.00 Uhr Kaffee, Getränke und Drinks sowie Kleinigkeiten zum Essen konsumieren. Darunter auch einen köstlichen österreichischen Kaiserschmarr’n! Das Interior Design ist fast imposanter als jenes der Zimmer & Suiten mit sehr vielen Elementen des berühmten „Wiener Geflechts“. Noch prächtiger ist die Beletage, jedoch sollen der Frühstücksbereich sowie eine im Garten geplante Garden Bar erst zu einem späteren Zeitpunkt für alle öffnen. 

Bar Sophie (Palais Chotek), Währinger Straße 28, 1090 Wien

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NEU: Miiro Hotel Spittelberg & Poco Restaurant, 1070 Wien

Neben dem Palais Rudolph im ersten Bezirk ist mit dem Hotel am Spittelberg ein weiteres der Miiro Gruppe entstanden, konzipiert als urbanes Townhouse-Hotel mit klarer räumlicher Ordnung, reduzierter Materialpalette und einem sehr dezenten Design. Auch dieses Haus wurde komplett generalsaniert, befand sich doch hier über Jahrzehnte das ehemalige k & k Hotel Maria Theresia. So orientieren sich die 132 Zimmer & Suiten, teils mit schönen Terrassen und Fernblicken über Wien, an den Bedürfnissen moderner Städtereisender aller Altersgruppen. Ein klarer Schwerpunkt ist die Kunst. In den öffentlichen Bereichen sowie in den Zimmern selbst sind Arbeiten von Christian Ludwig Attersee, Kurt Moldovan, Josef Mikl, Hubert Pfaffenbichler, Heimo Zobernig oder Cornelius Kolig zu sehen, wobei die Kunstwerke nicht Zusatz, sondern Teil des räumlichen Hotelkonzepts darstellen.

Richtig gesellig wird es entweder an der Poco Bar respektive im Restaurant, denn das neue Gastrokonzept versucht, das Lebensgefühl des 7. Bezirks auf charmante, lebendige und genussvolle Weise aufzugreifen. Gleich hinter dem Museumsquartier gelegen versteht es sich als offener Treffpunkt für Reisende, NachbarInnen, Kreative und alle, die in Neubau gut essen, spontan auf einen Drink vorbeischauen oder einfach länger bleiben möchten.  Im Zentrum der kulinarischen Idee steht die offene Küche mit Pizzaofen. Dort entstehen wirklich herrlich gute Pizzen mit charakterstarkem Teig. Zusätzlich gibt es kleinere Speisen, welche die Karte ergänzen. Besonders köstlich ist allerdings der Kaffee! Daher lohnt es sich schon ab mittags an der Bar vorbeizuschauen: für einen Espresso zwischendurch, kleine Snacks oder abends für „late night“ Cocktails.

Poco Restaurant (Miiro Hotel Spittelberg), Kirchberggasse 6, 1070 Wien

NEU: Villa Beer, 1130 Wien

Lange erwartet und für mich derzeit mit Abstand Wiens interessanteste Sehenswürdigkeit im Bereich moderner Architektur! Auch wenn es im Moment äußerst schwierig ist, ein Ticket für eine Besichtigung zu bekommen, es lohnt sich zu warten! Speziell eine geführte Tour ist wie eine Reise durch die Geschichte des Hauses, den unverwechselbaren Architekturstil von Josef Frank und Oskar Wlach, sowie die traurige Familiengeschichte ihrer ersten BewohnerInnen. 1929/30 für die Familie Beer entworfen und gebaut, gilt die Villa heute als Schlüsselwerk der österreichischen Moderne. Im totalen Gegensatz zum Historismus, dem imperialen Baustil, wie etwa jenem der Wiener Ringstraße. Frank zeigt damit eine für damals neue Art des naturnahen Wohnens auf: umgeben von einem großzügigen Garten und ausgestattet mit zahlreichen Außenflächen in Form von Terrassen und Balkonen, welche erst durch die Tatsache eines Flachdaches möglich wurden. Schon die zwei Haupteingänge, einer für die Familie, einer für die Dienstboten, sind Sinnbild dafür, wie Frank dachte und alle BewohnerInnen des Hauses gleich zu behandeln versuchte. Auch hier wurden die Räumlichkeiten dank einer eigenen Stiftung generalsaniert und versucht, ein Maximum in den Originalzustand zurückzuversetzen.

Villa Beer, Wenzgasse 12, 1130 Wien

2 Kommentare zu „Top-Neueröffnungen zu Kunst, Kulinarik & Design (No.11)

  1. Ein Besuch der Villa Beer von Josef Frank steht auf dem Plan, seit langem! Nun ist sie renoviert und ich freue mich dieses Meisterwerk der Architektur besuchen zu können. Das wird dauern, Besuchstermine werden nur mittwochs 12 Wochen im voraus freigeschaltet, wie auf der Homepage der Villa Beer zu lesen ist.

    1. Das stimmt, aber es geht schneller, als man glaubt! Ich habe mich am Anfang auch etwas demotivieren lassen, allerdings hatte ich dann rasch einen Termin 🙂 Auch bietet Artissimi exklusive Führungen an (da hätte ich einen direkten Kontakt), was ich absolut empfehlen könnte: http://www.artissimi.at/ Nächster Termin: 23. Juni!

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