Formdepot: Bühne für Handwerk und Interior Design

Formdepot

Auch der schönste Sommer geht irgendwann einmal zu Ende und es naht die Zeit seine eigenen vier Wände wieder gemütlich zu gestalten, neu einzurichten oder gar umzubauen? Ihr seid bereits voller Ideen und Inspirationen, blättert in Interior & Design Magazinen und sammelt erste Materialien, Stoff-, Fliesen- oder Farbmuster? Aber dennoch fehlt euch derzeit der Überblick sowie fachliche Beratung? Nachdem ich hochwertiges Handwerk und schönes Interior Design einfach liebe, war es nur mehr eine Frage der Zeit, wann ich es endlich schaffen würde das Formdepot zu besuchen. Ein ganz besonderer und erlebbarer Showroom mit Architekten, Designern und Handwerkern sowie kompetenter Fachberatung. Denn dort wird gearbeitet, gemeetet, gekocht, gefeiert und gelebt! Bei einem exklusiven Besuchstermin hatte ich nicht nur die Möglichkeit, die Schauräume des Formdepots zu entdecken, sondern auch die beiden Geschäftsführer zu ihrem Konzept persönlich zu interviewen.

Die Philosophie hinter dem Formdepot

Es war so herrlich zu sehen wie sehr Joachim und Heinz vor Ideen sprühen, der Industrialisierung mit all‘ ihren Nachteilen den Rücken zukehren und Handwerk mit Respekt vor natürlichen Ressourcen, Natur sowie Kultur wieder groß aufleben lassen. Ihre unendlich erscheinende Leidenschaft für Naturmaterialien sowie ihr Drang, diese immer wieder aufs Neue zu bearbeiten und zu optimieren mündet schon fast in einem „Kulturauftrag“. Es war für mich daher sehr schön zu hören wie die beiden aus Überzeugung heraus die Natur respektieren, noch selbst mit der Hand erste Ideen und Entwürfe zeichnen, passionierte Köche sind und das Familienleben sowie das Miteinander ganz oben auf ihre Prioritätenliste setzen. Lest selber rein, was die beiden mir von ihren Visionen und dem Konzept hinter dem Formdepot erzählt haben!

Formdepot
Copyrights © Viennissima
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Die Geschäftsführer Joachim Mayr und Heinz Glatzl lernten einander erstmals vor 19 Jahren kennen und teilten schon damals die gemeinsame Leidenschaft für Architektur, Design und vor allem für besondere Materialität. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie noch heute gerne von ihren damaligen „Materialexperimenten“ erzählen, welche in der privaten Tischlerei schließlich den Grundstein für ihren allerersten Messeauftritt als Dienstleister auf der Wohnen & Interieur (vormals Bauen & Wohnen) in Wien bildeten. Aus den einstigen Prototypen sind in Zusammenarbeit mit Kunden sehr schnell neue Produkte und Projekte entstanden, schließlich ihr erstes gemeinsames Büro für Architektur & Interior Design in der Kreuzgasse.

Dabei war bei all‘ ihrer Kreativität, die sie noch heute als Freigeister auszeichnet, das Bestreben nach höchster Qualität und Regionalität ihr oberstes Ziel. Vom Handwerk kommend entstehen viele ihrer Ideen und Entwürfe durch den kompromisslosen Respekt der Natur und ihrer Materialien, welche nicht nur so lange bearbeitet werden, bis förmlich „ihre Seele“ den Wünschen ihrer Auftraggeber entspricht, sondern auch naturbelassen bleiben. Dies verlängert schließlich ihre Lebensdauer und selbst gröbere Kratzer können leicht mit Öl nachbehandelt und ausgebessert werden. Diese „Naturverbundenheit“ zeigt sich auch in ihrer einzigartigen Gabe, selbst in digitalen Zeiten erste Ideenskizzen nicht mit dem heute üblichen CAD, sondern mit der Hand zu scribbeln. Aus Vertraulichkeitsgründen habe ich bei meinem Besuch keine der Skizzen fotografiert, ich war aber extrem verblüfft wie sehr diese wahren Kunstwerken glichen.

Joachim und Heinz sind sich einig, dass einige Architekten immer noch in Hüllen denken, sich gerne selbst profilieren möchten und dadurch die eigentlichen Ansprüche ans Wohnen dabei untergehen. Selbst beide der Natur und nicht dem Luxus teurer Marken verbunden, sind sie mindestens genauso leidenschaftliche Köche wie Planer. Nachdem wieder offenes, familiäres Wohnen im Trend liegt mit großzügigen Küchen- und Wohnraumgestaltungen, um „das Familiensein“ sowie die Kommunikation zu fördern, stehen beim Design Funktionalität und das Miteinander im Vordergrund. Wie mir beide im Interview erzählten, ist es heute elementar „sich wohlfühlen zu können“. Folglich steigt der Anspruch nach Funktion und Qualität nach den Jahren des ästhetischen Designs und ganz besondere Oberflächenmaterialien werden wieder gefragter.

Das Formdepot

Aus dieser Lebensphilosophie heraus entstand schließlich das Formdepot. Es ist dies in einem umgebauten und um zwei Stockwerke mit Loft ergänzten Haus im 16. Bezirk ein mehrstöckiger, interaktiver Showroom, in dem das Miteinander – sowohl beruflich als auch menschlich – zwischen Architekten, Herstellern und Handwerkern extrem gefördert wird. Denn Joachim und Heinz sind überzeugt, dass es erst die Arbeit der Handwerker ist, welche die Visionen von (Star)Architekten zum Leben erweckt. Und dass es bei gutem Bauen den Einsatz aller Beteiligten benötigt. Ihr Konzept durch das Miteinander Kooperationen aber auch Kreativität unter den einzelnen Formdepot Members zu fördern, trifft zudem perfekt den heutigen Zeitgeist wirtschaftlichen Handelns. Nachdem allmählich anstelle großer, geschlossener Einheiten wie Firmen und Konzerne das Modell offener Netzwerke, Projektteams und Kollaborationen tritt, werden Synergien und Kooperationen immer gefragter. Zusätzlich unterstützt die Digitalisierung diese Art der Zusammenarbeit schneller organisieren, die Produkte international vertreiben und effizienter kommunizieren zu können. 

Somit ist das Formdepot nicht nur Schaufläche für wunderschöne Interior Design Lösungen, sondern auch Arbeits- und Bürofläche der Members, welche es ermöglicht, zahlreiche Materialmuster für die Kunden gleich vor Ort zur Hand zu haben. Zusätzlich werden die Räumlichkeiten auch interaktiv genutzt. Besonders in der offenen Loftküche mit Terrasse werden Kunden gerne bekocht (natürlich nur mit gesunden und regionalen Produkten) und im Erdgeschoss wird der große Arbeitstisch regelmäßig für interne Meetings und Produktpräsentationen genutzt. Der große Vorteil für Besucher und Kunden ist somit eine überaus angenehme und legere Atmosphäre, in welcher man gleich sämtliche relevante Produzenten und Handwerker an einem Tisch treffen kann. So bekommt man sehr schnell eine reelle Vorstellung davon, welcher Teppich zum neuen Kamin in Kombination mit welcher Couch und welchem Beistelltisch passen könnte. Sowie ganzheitliche und professionelle Lösungen für Raumkonzepte inklusive dem adäquaten Elektro- und Installationsplan. Hierfür werden schon mal konstruktiv Grundrisse von Architekten verworfen oder überarbeitet, um Wohnqualität und Lebenskomfort für Kunden zu erhöhen.

Formdepot
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Auch ich kam bei meinem Besuch in den Genuss eines Lunches im Loft, während ich mit Lisa, Joachim und Heinz ein ungezwungenes Gespräch führen konnte ehe ich die einzelnen Etagen und Showräume entdecken durfte. Mein Tipp für euren Besuch wäre ebenfalls mit dem Loft zu beginnen, denn so schön es auch ist, das wahre Highlight des Formdepots erwartet euch erst im Erdgeschoss. Was mich aber besonders beeindruckt hat, war das wesentliche Detail, dass nicht nur die Formdepot Mitarbeiter, sondern auch ihre Members sowie Markenpartner die ausgestellten Möbel, Lounges und Schauflächen aktiv nutzen. So wird beispielsweise eine neue Küche durch kollektives Kochen gleich auf ihre Funktionalität hin geprüft. Passt irgendetwas nicht, wird sofort daran gearbeitet und für den Kunden optimiert.

Aus diesem Kollektiv heraus sind zudem schon etliche neue Designs und Produkte entstanden, denn die Members und Designer inspirieren und motivieren sich mit ihren Ideen und Materialien laufend gegenseitig. Ein weiteres wesentliches Atout des Formdepots! Obwohl die beiden Geschäftsführer Handwerk nicht unbedingt als Kunstform, sondern eher als Auftragsarbeit sehen, gibt es dennoch einen „großen“ Künstler, welcher wesentlich mit seinen Kreationen die Wände im Formdepot mitgestaltet: Andreas Reimann. Unter all‘ den Formdepot Members und ausgestellten Produzenten fand ich persönlich folgende Firmen am spannendsten: Moroso (italienische Polsterkultur), M&G Interieur de Luxe, Mafi Holzfussböden, Agape Luxusbäder, die zahlreichen Lampenfirmen aber ganz besonders die Fliesenmanufaktur Karak aus Vorarlberg. Diese verleiht Designerfliesen mittels traditioneller japanischer (!) Raku-Brenntechnik und digitaler Grafik einzigartige neue Oberflächen. Besonders diese Manufaktur wäre einmal einen Sonderbesuch im Ländle wert!

Die Formdepot-Vorteile im Überblick:

  • Kooperation von Designern, Herstellern und Handwerkern, welche Planung, Design und Handwerk auf hohem Niveau vereinen 
  • Zusammenschluss von 12 Depot Members inklusive ihrer Dienstleister für mehr Kreativität, Innovation und individuelle Lösungen in Architektur und Interior Design (von Rohbau über Statik bis hin zu Interieur, Böden, Fliesen, Möbeln, Lampen, Pool oder Garten)
  • Schauraum für Design, Produktinszenierung und handwerkliche Kompetenz auf 1.400m2
  • einzigartige Designatmosphäre und erlebbarer, interaktiver Showroom ähnlich einer kuratierten Dauerausstellung mit subtilem Luxus
  • Vereinigung aller für Architektur und Interior Design relevanten Geschäftspartner mit zahlreichen Materialien und Oberflächenmustern vor Ort für eine ideale Konzeption des Raumkonzeptes
  • atmosphärisch beeindruckende Begehungszone und Markenerlebnis
  • last but not least: wahrscheinlich der einzige Showroom Wiens, in dem man so köstlich und liebevoll bekocht wird 🙂

Der Formdepot Salon

Im Frühjahr dieses Jahres fand basierend auf dem Salonkonzept früherer Pariser, Wiener oder Berliner Salons der Formdepot Salon statt. Anders als bei einer simplen Hausmesse finden hier an drei Tagen Business und Design Talks in angenehmer Atmosphäre statt. Zudem wird live experimentiert und Handwerkskunst gebührend inszeniert. Aus meiner Sicht eine perfekte Gelegenheit, um sich für neue Raumkonzepte oder Bauvorhaben zu inspirieren oder einfach nur zu netzwerken!

Der nächste Formdepot Salon findet übrigens vom 1. bis 3. März 2019 statt!

Interaktiver Showroom Formdepot, Abelegasse 10, 1160 Wien

Lieben Dank ans Team des Formdepots für die nette Einladung zum Lunch Talk!

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