(Fein) Essen in Wiener Museen

Wiener Museen

Meine Top 7 kulinarischen Favorites

Wußtet ihr, dass man in den unterschiedlichsten Wiener Museen nicht nur interessante Ausstellungen besuchen, sondern besonders nett auch essen kann? Vom Wiener Frühstück im Café des Oberen Belvedere bis hin zum noblen Abendessen im DO & CO der Albertina? In den letzten Wochen habe ich dank des Wien Jubiläumsjahres zur Wiener Moderne zahlreiche Events und Ausstellungen in Wiener Museen besucht und des öfteren mit einer kulinarischen „Einkehr“ verbunden. Das brachte mich auf die Idee, euch sämtliche Cafés, Bistros und Restaurants in Wiener Museen näher zu bringen und euch kulinarisch zu verführen. Ich finde die Kombination aus Kunst & Kulinarik eine nette Idee für einen besonderen Sonntagmorgen, Nachmittag oder Abend im Museum respektive für ein persönliches Geschenk an Freunde oder innerhalb der Familie. 

1.) Menagerie im Oberen Belvedere

Sehr kaiserlich und imperial ob dem Ambiente und dem Interior läßt es sich unter den Gemälden des jungen Kaiserpaares in der Menagerie im Oberen Belvedere speisen. Die Karte bietet täglich von 10 bis 18 Uhr nicht nur kleine Häppchen und traditionelle Mehlspeisen, sondern auch regionale Wiener Küche für den größeren Hunger und somit Mittagstisch an. Meine ganz persönliche Empfehlung: das Klimt-Frühstück bis 12 Uhr mittags. Der perfekte Start für einen Kunstspaziergang durch die neu kuratierte Schausammlung des Belvedere, in welcher auch der berühmte Klimt Kuss einen neuen Platz erhalten hat.

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Besonders empfehlenswert zudem das derzeit an ausgewählten Abenden stattfindende Ein-Personen-Theaterstück mit Maxi Blaha zu Klimts Muse und Geliebte, Emilie Flöge. Bei herrlichem Sonnenschein empfiehlt sich der Besuch des Gastgartens im Freien, ruhig gelegen mit Direktblick auf den barocken Garten des Schloss Belvedere. Achtet nur vor eurem Besuch unbedingt auf das Wetter. Wenn es – wie leider sooft in Wien – windig ist, kann der Schanigarten nicht immer geöffnet sein, auch bei Sonnenwetter.

Menagerie, Prinz-Eugen-Straße 27, 1040 Wien

2.) Café & Restaurant im Augarten Museum

Ein etwas anderes kaiserliches Flair erwartet euch im Café & Restaurant Augarten, hatte doch hier schon 1776 der Leibkoch Kaiserin Maria Theresias eine Gastronomie betrieben. Mit gleich zwei Gastgärten bietet dieses Café & Restaurant – angrenzend an die kaiserliche und berühmte Augarten Porzellanmanufaktur, dem Museum sowie dem ältesten Barockgarten Wiens – genügend Platz für seine Gäste. Zudem feiert in 2018 die Manufaktur ihr 300-jähriges Bestehen mit einer Sonderausstellung zur Geschichte des Wiener Porzellans. Unter dem Titel Ewig Schön. 300 Jahre Wiener Porzellan treten Designer sowie Verwender des Wiener Porzellans seit 1718 in einen Dialog.

Ich selbst hatte das Restaurant vor einiger Zeit dank einer Firmenfeier kennengelernt und war von der Atmosphäre und Kulinarik her sehr angetan. Besonders kaiserlich ist aber auch die Küche! Der Ursprung der österreichischen Küchentradition – die sogenannte Kronländerküche – zieht sich durch die gesamte Speisekarte. Zum Auftakt eines neuen sonnigen Tages empfehle ich auch hier ein Frühstück. Dabei könnt ihr wählen zwischen Wiener und Plunder Frühstück, Schlossgarten respektive Augarten Frühstück. Angeboten werden aber auch sehr köstliche Business Lunches oder Dinners in absolut barockem Ambiente. Aufgetischt wird entweder klassisch oder avantgardistisch. 

Café & Restaurant Augarten, Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien

3.) Café & Bistro im Weltmuseum

In einem Trakt der Wiener Hofburg befindet sich das im Herbst wiedereröffnete Weltmuseum. Ich war damals bei der Eröffnung dabei und hatte bereits darüber berichtet -> „Ein Weltmuseum für eine Stadt von Welt!“. Die derzeitige Schausammlung lädt förmlich ein, auf Weltreise zu allen 5 Kontinenten zu gehen. Ganz neu die Sonderausstellung Out of the Box. Bewegte Welten, welche positiv zur Integration in unserer Stadt beitragen soll. 30 in Wien lebende Personen wurden gebeten, ein Objekt aus dem Weltmuseum auszuwählen und ihre ganz persönliche transkulturelle Geschichte darüber zu erzählen.

Besonders beeindruckend finde ich die imposante Säulenhalle des Museums, wo ihr euch – eventuell erschöpft von der „Weltreise“ – stärken könnt. Egal ob für den kleinen Hunger zwischendurch, für eine süße Jause oder einen Lunch, das Bistro bietet für jeden eine köstliche Stärkung an und kann auch ohne Museumseintrittskarte besucht werden! Die Speisekarte besteht nicht nur aus österreichischen pikanten Gerichten sowie Mehlspeisen bis hin zum berühmten Apfelstrudel, sondern auch aus internationalen, leicht asiatisch angehauchten Speisen. Ich selbst war jedenfalls kulinarisch sehr begeistert! Abschließend lohnt sich noch ein Besuch im Museumsshop. Dort gibt es allerlei Sachbücher rund um die Welt für die Großen und Bildbänder für die Kleinen.

Weltmuseum, Heldenplatz, 1010 Wien

4.) Das Café-Restaurant im KHM

Zwei meiner Lieblingssammlungen im Kunsthistorischen Museum (für mich architektonisch übrigens das schönste von ganz Wien!) sind sowohl die Ägyptisch-Orientalische Sammlung als auch die Kunstkammer mit der berühmten Saliera. Zur Zeit besticht jedoch das KHM durch das Event Stairway to Klimt sowie die Theaterperformance Ganymed Nature vor den Gemälden großer Meister. Unter der Woche als Kaffeehaus geführt und beliebter Treffpunkt Kunstbegeisterter für Kaffee & Kuchen, ist für mich der Besuch der grandiosen Kuppelhalle eine besondere Untermalung dieser Kunst. Mein persönlicher Gourmet-Tipp: ein Frühstück an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12.30 Uhr ehe es zu den großen Meistern geht.

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Je nach Lust und Laune kann ein Frühstücksarrangement bestellt oder individuell zusammengestellt werden. Mein Tipp ist der „Kunstvolle Start“ genußvoll auf einer Silberetagere serviert. Zudem lädt das KHM jeden Donnerstag von 18.30 bis 22 Uhr zu einem exquisiten Gourmetabend ein. Sowohl für einen besonderen privaten Anlass als auch für ein Geschäftsessen eine passende Empfehlung. Ich selbst war mal Gastgeber einer großen asiatischen Delegation an Reiseveranstaltern. Ihr Kommentar am Ende des Abends war so bezeichnend: „Thank you for this wonderful dinner in the most beautiful dining room of the world!“. Im Abendprogramm ist zudem eine Führung durch eine der aktuellen Ausstellungen oder die Gemäldegalerie des Museums inbegriffen. Sowohl für den Besuch eines Frühstücks als auch für den Gourmetabend ist eine Eintrittskarte fürs Museum notwenig!

Preis Dinner pro Person: 55,– Euro (exkl. Museumseintritt und Getränke), Sonderpreise für Kinder und Jugendliche.

Café-Restaurant KHM, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

5.) Das Café & Restaurant im NHM

Das NHM Wien ist mit seiner umfangreichen Sammlung an Exponaten eines der bedeutendsten Naturhistorischen Museen der Welt. Besonders berühmt die 29.500 Jahre alte Venus von Willendorf, der Dinosauriersaal oder das digitale Planetarium. Aus meiner Sicht daher immer wieder einen Familienbesuch wert! Ähnlich imposant und imperial wie das Kunsthistorische Museum besticht auch das NHM durch das historische Ambiente der etwa 60m hohen Kuppelhalle sowie durch sein prächtiges Treppenhaus. Den Abschluss der Kuppel bildet der griechische Sonnengott Helios als Symbol für das Licht.

Ebenfalls untertags als Kaffeehaus dienend inklusive Wiener Snacks für den kleinen Hunger, bietet das NHM von Oktober bis Juni regelmäßig an Mittwoch Abenden einen besonderen Genußabend an. Ab 19 Uhr wird bis Mitte April für alle Fischliebhaber ein köstliches Muscheldinner serviert, welches ab 25. April von einem Spargeldinner abgelöst wird. Mit dem Konzeptgedanken eines kulinarischen Gesamtkunstwerkes ist dies für mich der ideale Abschluss eines Besuches des Museums selbst. Kulturelles Highlight dieses Genussdinners ist die Führung Über den Dächern von Wien, wo ihr einen Spaziergang durch das Museum bis auf das Dach – mit einem einmaligen Ausblick auf Wiens atemberaubende Innenstadt erleben könnt.

Preise Muschel- resp. Spargeldinner pro Person: 49,– Euro (inkl. Museumseintritt (!), exkl. Führung und Getränke)

Café & Restaurant NHM, Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien

6.) Salonplafond im MAK

Das noch relativ junge Restaurant Salonplafond im Museum für angewandte Kunst am Stubenring ist nach wie vor eines meiner Lieblingslokale. Sei es für einen Mittagsimbiss, sei es für ein besonderes Abendessen. Derzeit finden im MAK (übrigens eines der architektonisch gesehen für mich schönsten Museen Wiens!) zahlreiche interessante Ausstellungen statt. Darunter die Virtual Reality Show Klimt’s Magic Garden, welche bis Oktober verlängert wurde. Ich würde euch hierfür den (späten) Nachmittag empfehlen, gefolgt von einem Besuch des Museum Shops sowie des Restaurants. Bei Schönwetter solltet ihr aber unbedingt einen Platz im wunderschönen Garten mit großzügiger Wiese und Liegestühlen für den Aperitivo reservieren! Ober überhaupt gleich draußen essen.

Seit Anfang April gibt es die aktualisierte Tages- und Abendkarte des neuen Küchenchefs Hannes Berghofer, dessen Kochhandwerk von frischen, saisonalen wie regionalen Lebensmitteln (oft aus kleinen Manufakturen) geprägt ist. Die Kulinarik schnörkellos und auf das Wesentliche, den Geschmack, reduziert. Meine Empfehlung für den kleinen Snack untertags sind die Salonplafond-eigenen Brote (unterschiedlich belegt) sowie abends die à la carte Karte mit dem Wiener Twist. Das Restaurant selbst beeindruckt mich immer noch ob seines stylischen Interieurs, auch wenn ich mich erst an die bunten Stoffbezüge der Sitzmöbel gewöhnen mußte. Im Frühjahr und Sommer hingegen durch seine großzügige Terrasse und den grünen Gastgarten. Eine herrliche Grünoase mitten in Wien!

Salonplafond im MAK, Stubenring 5, 1010 Wien

7.) DO & CO im Albertina Museum

Das sicherlich nobelste Restaurant von allen ist das DO & CO Albertina! Aber auch hier könnt ihr nicht nur abends festlich speisen, sondern euren Kulturtag schon mit einem ganz besonderen Frühstück beginnen. Im Zuge der neuen Ausstellung zu Keith Haring bieten das Museum sowie das DO & CO das sogenannte Frühstück & Führung Arrangement an. In einem wirklich prunkvollen Ambiente respektive auf der Sonnenterrasse mit Blick auf die Wiener Staatsoper oder den Burggarten mit Hofburg im Hintergrund könnt ihr vor Ausstellungsführung ab 9 Uhr ein amerikanisches Frühstück genießen. Dies gilt für alle Freitage, Samstage sowie Sonn- und Feiertage. Die Führung durch die Keith Haring Ausstellung selbst startet pünktlich um 11 Uhr.

Zu weiteren kulinarischen Highlights gehören untertags die DO & CO Sushi Karte sowie nachmittags herrliche Mehlspeisen zum Kaffee von der K & K Hofzuckerbäckerei Demel. Abends kann dann richtig – nebst der Sushi Karte – kaiserlich à la carte gegessen werden. Die Karte selbst ist sehr international und mit einem Fokus auf zahlreiche Fischgerichte versehen. Ich selbst empfinde die Albertina Terrasse stets als Geheimtipp, wenn im Gastgarten des Palmenhauses kein Sonnenplatz mehr zu ergattern ist. Meine ganz persönliche Empfehlung ist aber ein exklusives Abendessen in wundervollem Rahmen. Egal wie ihr euch entscheidet, bitte unbedingt auf die genauen Öffnungszeiten achten!

Preis Frühstück & Führung pro Person: 31,– Euro (inkl. Museumseintritt und Führung; sonstige Preise à la carte

DO & CO Albertina, Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Wenn ihr frisch gestärkt nun Lust auf eine der aktuellen Ausstellungen in den Wiener Museen bekommen habt, findet ihr unter „100 Jahre Wiener Moderne“ zahlreiche Tipps von mir.

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