„Artists in Residence“ Bad Gastein

Viel hat man in den letzten 12 Monaten über den weltberühmten Kur- und Badeort Bad Gastein gelesen. Die Headlines internationaler Tageszeitungen, Lifestylemagazine und sogar eine Erwähnung im Monocle’s Magazin „The Escapist“ überschlugen sich. Plötzlich sprach man nicht mehr vom „Verfall“ des einstigen Monte Carlos der Alpen mit eigenem Casino, dem Erwachen aus einem Dornröschenschlaf, sondern von einem hippen Kunst- und Kulturort, welcher die internationale Kunstszene sowie Berliner, Hamburger, Münchner und viele einheimische Kunstverliebte magisch anzieht. Mitten in den Sommermonaten, rechtzeitig zum sommer.frische.kunst Festival, wird Bad Gastein zu einem trendigen Hotspot von berg- und kunstverliebten Architekten, Kuratoren, Art Designern, digital-affinen Kunstbloggern und Künstlern selbst, welche in einem „Artist-in-Residence“ Workshop zeitgenössische Kunst erstellen und im alten Kraftwerk ausstellen. 

Ich selbst bin ebenfalls erst vor etwa einem Jahr – dank der erwähnten Presseartikel – auf diesen geheimnisumwobenen Ort aufmerksam geworden, habe viel in Folge darüber gelesen und mir vorgenommen, diesem mondänen Städtchen in jeder Jahreszeit einen Besuch abzustatten, um mir mein eigenes Bild zu Bad Gastein zu machen. Mein erster Besuch war schließlich im März für ein spontanes Ski-Wochenende und ich muß gestehen, schon bei der Ankunft gegen 22 Uhr „schockverliebt“ gewesen zu sein. Der Kontrast zwischen der alten K&K-Zeit (die teils renovierten, teils verfallenen Grand Hotels der Belle Epoque Zeit der österreich-ungarischen Monarchie) sowie der neuen K&K-Zeit (die hippe Kunst- und Kulturszene) machten für mich auf Anhieb den Charme dieses Kurortes aus. Getrennt voneinander werden diese zwei so unterschiedlichen Welten vom berühmten, sich tosend talwerts stürzenden Wasserfall mitten im alten Ortskern, welcher für mich symbolisch für den tosenden Applaus der Kunstbesucher im zum Ausstellungsort umfunktionierten Kraftwerk steht.

Schon bei meinem allerersten nächtlichen Spaziergang vorbei an den verbarrikadierten, leer stehenden Grand Hotels, welche immer noch auf einen Investor und ihre Renovierung warten, entlang der uralten Schwarz-Weiß-Plakate, die noch an die Kuraufenthalte der Kaiser Franz Joseph I und Wilhelm I erinnern, fühlte ich mich spontan an eine Szene im Film „Titanic“ erinnert. Genau die Szene zu Beginn, als die Schwarz-Weiß-Aufnahmen bei den Erzählungen der überlebenden alten Dame plötzlich Farbe annehmen, als sie sich an dieses Unglück und ihre damalige große Liebe erinnert. So erging es mir mit Bad Gastein. Denn wir alle lieben in Wahrheit das Mystische und die Erzählungen von einst. Thronend auf 1000m Seehöhe und stolz herunter blickend ins Gasteinertal erstrahlt heute diese „Grande Dame“ (wie ich persönlich diesen imperialen Ort bezeichnen würde) fast wie einst in neuem Glanz. Man müßte nur die alte Perlenkette dieser Grande Dame, welche man zufällig im Nachtkästchen eines Belle Epoque Hotels gefunden hat, ein wenig aufpolieren und Bad Gastein hätte bald wieder den Glamour von einst.

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Dabei versteht man heute unter Glanz und Glamour nicht mehr den Hochadel, der anno dazumals zu seiner jährlichen Kur in den Ort gekommen ist, sondern die bereits angesprochene junge Kunst- und Kulturszene als Revival der Sommerfrische, die zahlreichen Yogaevents während des Jahres sowie den urbanen Skitouristen im Winter. Zu verdanken ist diese Wiederbelebung des Ortes einer Handvoll engagierter lokaler sowie deutscher Hoteliers und Kreativer, welche vor 8 Jahren die Gasteiner Sommerfrische mit der Idee wiederbelebten, heimische und internationale Künstler in einer Art „Artists-in-Residence“ künstlerisch tätig sein zu lassen, sie in den hippen und chicen Hotels des Ortes zu beherbergen und zu verköstigen sowie die entstandene Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren.

So entstand dank der Initiativen von Olaf Krohne (Hotelier und Bad Gastein Visionär), Jork André Dieter (Grafikdesigner), Ike Ikrath (Designer, Architekt und Hotelbesitzer) sowie von Andrea von Goetz und Schwanenfliess (Hamburger Kunstmäzenin) die Idee zur Kunstresidenz, dem sommer.frische.kunst Festival und dem Art Weekend. Letzteres findet jeden Sommer am letzten Juli-Wochenende statt und war für mich der Anlass, abermals spontan Bad Gastein einen Besuch abzustatten. Was Salzburg und die Salzburger Festspiele gemeinsam haben, hat Bad Gastein und das Sommerkunstevent. Wie schon im Winter war ich auch dieses Mal von der Aura des Ortes äußerst angetan. Fast läßt es sich nicht in Worte fassen, was genau dieses Gefühl ausmacht, dass mich dieses möndäne Städtchen so sehr in seinen Bann gezogen hat. Die Faszination ist einfach da!

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Unterstrichen wird diese besondere Note sowie die Initiative, aus Bad Gastein wieder einen touristischen Place-to-be zu machen, von der lokalen Kurdirektorin, Doris Höhenwarter, sowie den beiden Hoteliers Evelyn Ikrath und Olaf Krohne. Mit ihren einzigartigen Hotelkonzepten (ebenfalls einer Residence gleich, in der man sich als Gast eher unter Gleichgesinnten und wie im eigenen Wohnzimmer fühlt als in einem herkömmlichen Hotel), geben sie erst den perfekten Rahmen für einen hippen Aufenthalt im Ort. Meine Empfehlung (auch wenn man kein Zimmer dort mehr ergattern konnte), den Tag im Hotel Das Regina mit seinem einzigartigen Frühstücksraum und Restaurant (abends Bar) zu beginnen. Genüßlich seine Tageszeitung zu lesen, in Designmagazinen zu stöbern, sich auf die Kunstszene untertags einzustimmen oder sich einfach mit seinem Cappuccino oder Morgenespresso noch ein wenig auszuruhen, ehe man im Sommer seine Wanderung oder im Winter seinen Skitag beginnt. Der direkte Blick auf die Gasteiner Berge ist die beste Motivation dafür.

Zurück von der sportlichen Betätigung, empfiehlt sich ein Besuch im chicen Designhotel Miramonte mit der großzügig und wie eine „alpine Loft“ gestalteten Terrasse mit Direktblick auf Bad Gastein. Hier läßt es sich im Sommer – ehe man die angrenzenden, wiederbelebten alten Pavillons mit den aktuellen Kunstausstellungen an der Kaiser-Wilhelm-Promenade besucht – herrlich ausruhen und Kraft tanken. Oder im Winter in warme Felle gehüllt beim Feuerkessel perfekten Austrian „alpine lifestyle“ genießen. Bevor man in die Sauna oder den Spa-Bereich geht.

Abends – wenn man denn als Nicht-Hotelgast ausnahmsweise einen Tisch im Restaurant erwischt – ist ein Dinner im Haus Hirt für mich ein absolutes kulinarisches und atmosphärisches Must-Have! Zum Ausklang des Tages mit direktem Blick hinunter ins weite Gasteinertal. Auf dem Rückweg ins Hotel ist mein Geheimtipp die Hotelbar des Regina. Da trifft sich sommers wie winters die lokale Szene an Sport- genauso wie Kunstbegeisterten und vermittelt das Gefühl, eher im angesagten Berlin als mitten in den Alpen zu sein. Aber genauso angesagt ist heutzutage auch Bad Gastein.

Im Monat August sowie im Herbst warten noch viele Kunstausstellungen (bspw. im Pavillon der Kaiser-Wilhelm-Promenade die Fotoausstellung von Andreas Mühe), Workshops im Zuge der Akademie Gastein (bspw. von 10. – 13. Aug. 2017 „Landschaftsfotografie und das Moderne Narrativ“ mit Martin Ogolter), klassische Konzerte, Yogaevents und vieles mehr auf euch! Näheres findet ihr unter www.sommerfrischekunst.de.

Zu den „Dreamers and Doers of Bad Gastein“ gehört auch die junge Fotografin Nadin Brendel, welche es ebenfalls aus dem Nachbarsland Deutschland ins idyllischere Bad Gastein verschlagen hat, den Hashtag #visitbadgastein lanciert und ihre eigene Agentur mit dem Studio5640 gegründet hat. Mit ihrem Instagram Account begeistert sie 1000e potentielle Besucher respektive betreut sie dann herzlichst – neben all‘ den Locals – auch vor Ort. Come and visit Bad Gastein! Zur Einstimmung habe ich euch ein kleines virtuelles Fotoalbum zusammengestellt und nächste Woche erzähle ich euch mehr auf meiner Facebook-Seite über die bereits erwähnten wundervollen Hotels oder besser gesagt Hideaways des Ortes!

P.S.: Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit dem TVB Bad Gastein!

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