Nomade Moderne Hüte „made in Vienna“

Nomade Moderne

Wer träumt nicht von Zeit zu Zeit davon eines Tages eine größere Reise um die Welt zu machen? Das Nicht-Seßhafte steckt irgendwie in jedem sogenannten Nomaden drin, das Umtriebige, seine Abenteuerlust sowie seine stete Suche nach neuer Inspiration ebenso. Durch Zufall bin ich vor einigen Wochen auf ein interessantes Instagram-Profil gestossen, das von einem absolut besonderen Hut erzählte, der mit seinem Träger um die Welt reist. Fasziniert von diesem Hutmodell (eher maskulin aber mit interessanten, teils femininen Details und ganz offensichtlich Handwerkskunst) folgte ich seinem Träger – diesem modernen Nomaden – über einige Zeit auf seinen Reisen sowie seinem Instagram Account. Ehe mir eines Tages meine Mutter von einem ganz speziellen Hutmacher erzählte, der in feinster Maßarbeit kunstvolle Hüte für eine internationale Klientel anfertigt. Und das nirgendwo geringer als am Wiener Naschmarkt!

Erfreut „meinen“ unbekannten Instagram-Nomaden sowie seinen wundervollen Hut in den verschiedensten Modellen quasi direkt vor meiner Haustüre vorzufinden (ihr müßt wissen ich wohne gleich in der Nähe des Naschmarkts!), rief ich Nuriel spontan an und bat um einen Termin. Jeder, der mich näher kennt, weiß, dass ich eigentlich nicht die typische Hutträgerin bin, dazu fehlt mir der Mut. Ich bewundere lieber die schönen Hüte bei den anderen. 

Das Nomade Moderne Atelier

Die zweite Überraschung war, dass sich Nuriels & Audreys Hutatelier gleich gegenüber dem berühmten Lokal „Neni am Naschmarkt“ befindet und als ich den Laden betrat, wußte ich sofort, woher Nuriel die dunkle Lockenpracht hatte. Er ist doch in der Tat einer von Nenis vier Söhnen. Sein Anfangsbuchstabe „N“ ist wie der seiner drei Brüder Teil des bekannten Restaurantnamens. Nachdem er vorwiegend im Familienbetrieb mitarbeitet und für diesen auch viel „um die Welt reist“ (denn Neni eröffnet stets mit der 25 Hours Hotelgruppe neue Restaurants), begründen sich somit auch seine Reisen. „Die Hutmacherei sowie die Fotografie“ , so erzählt er mir, „sind reine Leidenschaft und Hobby“.

Als ich also Nuriels & Audreys kleines Hutatelier besuchte und sie mir freundlich ihre aktuellen Hutkreationen zeigten, wußte ich, es würde nicht mehr lange dauern und selbst ich mir einen Hut bestellen. Besonders beeindruckend fand ich ebenso das Atelier an sich. Klein, fein und so herrlich nach Handwerkskunst duftend, sind auch zahlreiche alte, auf Flohmärkten oder bei älteren Hutmachern gefundene Werkzeuge zur Herstellung von Hüten aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt und liebevoll in den Regalen dekoriert. Ergänzt um Hutschachteln und verschiedenste Hutmodelle. Nuriel meinte, es sei eine richtige „Schatzreise“ gewesen, dieses antike Werkzeug zu suchen und zu finden. Früher, bis vor etwa 50 Jahren, seien Hüte groß im Trend gewesen, aber jeder wollte damals mehr oder weniger denselben Hut respektive Hutmodell. Während die Hutindustrie sich sehr lange nicht mehr weiterentwickelt hatte, gäbe es erst jetzt wieder eine neue Welle an Jungdesignern sowie der Wunsch potentieller Hutträger nach individuellen Hüten. 

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Dennoch werden viele Hüte heute nur noch maschinell gepreßt, oft aus billigerer Wolle anstelle hochwertigem Hasen- oder Bieberfilz. Zuallererst zeigte mir Audrey (Nuriels Verlobte) verschiedenste sogenannte Rohlinge, um mir im ersten Schritt meine favorisierte Farbe auszusuchen. Obwohl mir ein schwarzer sowie dunkelgrauer Hut fast besser zu meiner Gesichts- und Haarfarbe stand, aber eher zu klassisch wirkte, entschied ich mich sehr rasch für meine derzeitige Lieblingsfarbe: Rosé. Anschließend durfte ich anhand diverser Hutmodelle die richtige Form des Hutes sowie seiner Krempe wählen. In Summe achtete ich doch auf einen „touch of elegance“, da – wie ich eingangs schon erwähnt hatte – Nuriels & Audreys Hüte eher maskulin sind. Aber genau das fand ich ja so besonders!

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Schließlich ging es zur Auswahl der Details. Aus einer riesigen Schatulle reich an Bändern, welche ebenfalls auf unterschiedlichsten Reisen nach Amerika, England, Marokko, Israel und vielen anderen Ländern bei alten Hutmachern oder auf Flohmärkten gefundenen worden waren, wählte ich ein passendes Stoff- sowie Lederbändchen aus. Letzteres mit einigen „playful details“ , wie ich das gerne nenne. Schließlich zeigte mir Audrey einige Metall – und Logoplättchen in Gold, Silber und Messing und ich entschied mich für ein neutrales Messingplättchen mit den Initialen von Nuriels & Audreys Hutatelier: NM stehend für Nomade Moderne. Aber auch für die Initialen von Nuriel Molcho selbst. Letztes Detail: ein heller Zwirnsfaden, passend zum Stoffband, für ein sogenanntes kleines „contrast stitching“. Also ein Farbdetail als besonderes Erkennungsmerkmal der bei Nomade Moderne handgefertigten Hüte.

Die Nomade Moderne Handwerkskunst

Bei einem Cappuccino erzählten mir Audrey und Nuriel, wie es nun weitergehen würde mit meinem Hut, welchen ich in etwa 2 Wochen abholen würde können. Die weiteren Schritte in der Handwerkskunst:

  • Anpassen der richtigen Hutform (Dimension, Höhe, Länge) über Wasserdampf
  • Trocknen & Steifen
  • Rasieren, Bearbeiten, Formen (ebenfalls mit Dampf) und abermaliges Steifen des hochwertigen Filzes (übrigens exklusiv in einer portugiesischen Manufaktur ausgewählt) 
  • Anbrennen (auf Wunsch des Kunden) für einen Art Vintage-Look sowie Bügeln der Hutkrempe
  • Formen der Krempe per Hand
  • Fixieren der Hutdetails wie Kontraststick, Bändchen und Logoplättchen (alternativ Anbringen einer Dekorhutnadel, je nach Wunsch des Kunden)

Beim Abschied fragte ich Nuriel schließlich noch, wie er denn selbst zur Hutmacherei gekommen sei? Wie sooft im Leben und wie bei vielen Start-Up Unternehmen war auch er auf der Suche nach einem bestimmten Hut, den er aber leider nirgends finden konnte. So entschloß er sich spontan, dieses Handwerk selbst zu erlernen und seine Hüte per Hand zu fertigen. Dies liegt nun einige Zeit zurück. In der Zwischenzeit lernte Nuriel das Handwerkszeug bei alten Hutmachern in Wien, schaute viele Blogs und Youtube-Videos und ging bei einem Wiener Hutmacher in die Lehre.

Vor einem Jahr eröffneten die beiden schließlich ihr erstes Wiener Atelier am Naschmarkt und erfreuen sich seither internationaler Kundschaft. So wurden schon Hüte rein via Internet bestellt, via Telefon die Details besprochen und letztendlich in die große weite Welt ausgeliefert. So gehen Nuriels & Audreys Hüte – so wie sie selbst – als „Nomades Modernes“ stets auf große Reisen und werden oft auf Instagram wiedergefunden 😉 Auch ihr werdet bestimmt meinen neuen Hut auf Facebook und Instagram zeitnahe entdecken…..

Atelier Nomade Moderne, Naschmarkt Stand 530, 1060 Wien 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Nuriels & Audreys Atelier Nomade Moderne (Copyrights Fotos © nomademodernehats, Story © Viennissima, Titelfoto © Lisa Berger).

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2 Kommentare zu „Nomade Moderne Hüte „made in Vienna“

  1. Ein schöner, liebevoller Artikel über NOMADEMODERNE. Auch ich wurde in Berlin von einem Freund auf Nuriel aufmerksam gemacht . Seit meinem ersten Besuch bei Nuriel auf dem Naschmarkt, bin ich den coolen Kreationen von Ihm verfallen . Ich habe meine eigenen Vorstellungen , wie MEIN Hut aussehen soll , Nuriel unterstützt diese Idee, macht Vorschläge die ich evtl.noch nicht im Kopf hatte,und dann habe ich nach 3-4 Wochen meinen ganz persönlichen Hut-Traum auf dem Kopf . NOMADEMODERNE MACHT DICH MIT DEINER PERSÖNLICHEN ATTITÜDE ZUM Rockstar, Grossstadt -lndianer , Hippie , Hipster , Gentleman ,Globetrotter oder gar zum Dandy .Empfehlung von mir :Der Hut , keinesfalls ein alter Hut , sondern ein cooles tolles Accessoires, welches Dich EINZIG MACHT , aber ganz sicher nicht ARTIG 🕺🙏🕺👍

    1. Was für eine nette Liebeserklärung an Nuriel und Nomade Moderne, ein sehr schöner Kommentar – danke! Ich fürchte, mein erster Hut ist doch zu artig (ich bekomme ihn in wenigen Tagen), aber ich kann ja die Bändchen und Details jederzeit tauschen 😉
      Herzliche Grüße aus Wien,
      Birgit

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