Top-Neueröffnungen zu Kulinarik, Kunst & Design (No.2)

Aufbruchsstimmung liegt in der Luft! Viele von uns wollten längst zu ihrem Lieblingswirten, aber seit dem Lockdown gibt es speziell in der Gastro so viele spannende Neueröffnungen, dass man derzeit fast wöchentlich ein neues Lokal ausprobieren könnte. Die einen „satteln“ um, die anderen holen die 20iger Jahre sowie die ursprüngliche Wiener Kaffeehaustradition zurück oder bauen ehemalige Bankräumlichkeiten für kulinarische Genüsse um. So lassen sich Museumsbesuche zu aktuellen, inspirierenden Ausstellungen sowie neuen Interior Design Stores herrlich mit Frühstück, Lunch oder Fine Dining kombinieren. Genügend Anlässe für neu zu entdeckende „feel good moments“ in unserer Stadt. Unter diesen fein selektierten Wiener Top-Neueröffnungen ist sicherlich für jeden von euch etwas dabei!

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1.) NEU: Die Sattlerei, 1020 Wien

Unter allen gastronomischen Neueröffnungen hat mich die sogenannte „Sattlerei“ in der Heinestraße am meisten überrascht! Eigentlich führte mich mein Weg dorthin, um das neue Restaurant in meine aktuelle Empfehlungsliste für ausgewählte Frühstückstipps in Wien mit aufzunehmen. Jedoch war mir schon beim Betreten klar: das als Bistro & Greisslerei angekündigte neue Lokal ist weit mehr als bloß ein Insidertipp zum Frühstücken. Die Sattlerei ist nicht nur eine Augenweide dank des stilvoll eingerichteten Interieurs (und somit ein Place-to-be für alle Design Freaks unter euch), sondern ein wahrer Geheimtipp als Abendrestaurant zum Fine Dining mit modern urbaner Küche und circa 150 internationalen Weinen, meist mit biodynamischer Herstellung, auf der Karte. Edelste Materialien, erdige Naturtöne und stylische Lampendesigns sorgen für ein sehr puristisches Ambiente, welches man eher im 1. Wiener Bezirk, Mailand, Paris oder New York erwarten würde. 

Auch wenn mein „SattlerEi“ (eine Spezialität des Hauses und Edelvariante des beliebten Egg Benedict) ein kulinarischer Geschmackstraum war und selbst unter der Woche ein eigens engagierter Frühstückskoch für die Breakfast-Karte bis 13.00 Uhr verantwortlich zeichnet, wäre die Sattlerei weit unter ihrem Wert geschlagen, würde man sie als Bistro mit Mittagstisch bezeichnen. Gekocht wird nur mit selektiv ausgewählten Produkten aus der Region, mit wenigen Ausnahmen, wie etwa der auf den Punkt gereifte und wöchentlich frisch aus dem Elsass gelieferte französische Käse. Zubereitet werden alle Speisen nach der hohen Kunst des Kochens sowie seiner Liebe fürs Handwerk von Lewis Emerson, dem Küchenchef und Schwiegersohn in spe des familiär geführten Restaurants. 

Hinter dem Konzept stecken Jürgen und Michaela Sattler, welche bereits vor 3 Jahren, lange vor Corona, beschlossen hatten, etwas komplett Neues in ihrem Leben zu wagen. Denn speziell Jürgen hatte nach 25 Jahren als erfolgreicher Bankier schier Lust, beruflich nochmals „umzusatteln“ und seiner Leidenschaft, dem Kochen, nachzugehen. Aus dieser Idee ist eine kleine Wohlfühloase entstanden, wo im aufsteigenden 2. Bezirk Nachhaltigkeit, Leidenschaft, Individualität, Gastgebertum, Achtsamkeit sowie der Genuss des Lebens auf höchstem Niveau persönlich gelebt werden. Daher solltet ihr unbedingt rechtzeitig reservieren! Für Kurzentschlossene gibt es allerdings auch eine ebenso stylische Bar. Ein eigener Gastgarten soll im nächsten Sommer folgen.

Die Sattlerei, Heinestraße 25, 1020 Wien

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2.) NEU: Das Mezzanin, 1010 Wien

Während ich noch mit mir selbst hadere, ob mir die Idee gefällt, dass ausgerechnet ein Interspar – wenn auch eine Edelausgabe davon – im wunderschönen Jugendstilgebäude der ehemaligen Bank Austria eingezogen ist, kann ich euch zumindest das im Konzept inkludierte Bistro empfehlen. Dem Namen gerecht wurde im historischen Ambiente ein eigener Raum im Halbstock mit freundlich urbanem Interieur, etlichen Grünpflanzen und fröhlich bunten Kissen als Farbtupfer gestaltet. Eine extrem lange Theke verrät das kulinarische Angebot des angrenzenden Supermarktes, was besonders für die Weinkarte mit einigen hundert verschiedenen Weinen gilt, welche gegen Aufschlag im Mezzanin konsumiert werden können. Genauso frisch sind auch die Zutaten für eine durchwegs österreichische Küche mit leicht internationalem Flair. 

Was sofort besticht, ist das überaus freundliche Personal und Service. Auch wenn es keinen Gastgarten gibt, so läßt es sich hier speziell an extrem heißen Sommertagen mit einem herrlichen Frühstück in einen neuen Arbeitstag oder Shopping-Ausflug in der Innenstadt starten. Angeboten werden aber nicht nur Frühstück, sondern auch Business Lunch, Dinner und an den Wochenenden eine sicherlich empfehlenswerte Variante eines Flying Brunch mit lauter kulinarischen Kleinigkeiten in Etappen serviert. Zurück aber zur Frühstückskarte, welche einige Variationen vom Votiv Frühstück, über ein Veganes Frühstück bis hin zum Vollwert oder Mezzanin-Frühstück mit einem Gläschen Prosecco (wenn schon, denn schon!) bereithält. Ein persönlicher Tipp sind zudem die hausgemachten Pralinen! Auch herrlich nur zum Espresso oder Cappuccino an der Bar, wenn es unter der Woche einmal schnell gehen sollte.

Frühstückszeiten: Montag bis Samstag: 7.30 Uhr bis 11.00 Uhr, Flying Brunch: jeden Sonntag ab 9.00 Uhr

Das Mezzanin, Schottengasse 6-8, 1010 Wien

3.) NEU404 – Don’t Ask Why, 1010 Wien

Ein coole neue Location ist auch am Wiener Naschmarkt im frisch renovierten „Kleinen Haus der Kunst“ entstanden, welches ab dem Sommer zur Kunstgalerie mit kulinarischem Genuss im „Martin Ho Stil“ werden soll. Wo mediterranes Feeling auf Art Deco des ehemaligen Novomatic Forums trifft. Mit wunderschönem Blick auf die Secession im Wiener Jugendstil. Da mich derzeit weder das Frühstück noch die Idee einer Pizza in diesem einzigartigen Ambiente überzeugen, würde ich die große Terrasse für einen Besuch auf Kaffee in stylischer Andy Warhol Tasse oder auf einen Drink zum After Work empfehlen. Idealerweise vor oder nach einem Museumsbesuch. Immerhin liegen neben der Secession auch das frisch renovierte Künstlerhaus mit der Albertina Modern, das Kunsthistorische, das Leopold sowie – in Kombination mit einem Spaziergang durch den angrenzenden Schlosspark – auch das Belvedere Museum in der Nähe.

404 – Don’t Ask Why, Friedrichstraße 7, 1010 Wien

4.) „Wonderland“ Ausstellung in der Albertina Modern

Ein breites Spektrum an zeitgenössischer Kunst mit über 100 Werken zeigt derzeit die neue Ausstellung „Wonderland“ der Albertina Modern im neu renovierten Künstlerhaus am Karlsplatz. Angelehnt an den Titel eines Bildes von Fiona Rae sowie dem berühmten Buch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll begibt sich diese Sammlungsschau voller Fantasie in unbekannte Welten. Die Utopie eines gelungenen Lebens voller Glück trifft dabei auf kahle Landschaften, in denen Isolation, Grausamkeit und Melancholie herrschen. Eine interessante Ausstellung in Großformaten und teils sehr ausdrucksstarken Farben, wobei mir die Werke von Anselm Kiefer, welchen ich von einer Ausstellung aus Mailand her kenne, besonders gut gefallen haben. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. September 2021 zu sehen.

Albertina Modern (Künstlerhaus), Karlsplatz 5, 1040 Wien

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5.) Ausstellung zum „Wiener Biedermeier“ im Belvedere

Unter dem Titel „Bessere Zeiten? Waldmüller und das Wiener Biedermeier“ präsentiert das Obere Belvedere seine Sammlung zur Biedermeier-Malerei komplett neu zu einer Idylle, welche in Wahrheit keine war. Kaum eine Epoche gilt als so unpolitisch, wurde so sehr zum Synonym für eine heile Welt wie die des Biedermeiers. Eng verzahnt mit den Entwicklungen zwischen dem Wiener Kongress 1814/15 und der Revolution von 1848. Es war die Zeit des Vormärz, des allgegenwärtigen Metternich’schen Bespitzelungssystems, der Presse- und Theaterzensur sowie des Rückzugs des Bürgertums ins Private. Die Malerei scheint diese zu bestätigen. Das Familienglück wirkt unbeschwert, das Leben auf dem Land idyllisch. Österreich wird erstmals als pittoreskes Urlaubsziel entdeckt. Dies wird durch gezielt platzierte Sprüche des Kurators – wie „Trautes Heim, Glück allein“ oder „Heimat, süße Heimat“ noch unterstrichen. An keinem anderen Ort wie in Wien erreichte zudem die Blumenmalerei eine derartige Vielfalt und Bedeutung. So erinnert diese Ausstellung an viele unserer eigenen Erlebnisse während der letzten Lockdown-Monate und lädt bewußt oder unbewußt zu einer Reflexion der Geschehnisse ein. Die Sammlung kann noch bis 27. Februar 2022 von euch besucht werden.

Oberes BelvederePrinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien

6.) NEU: Lederleitner HOME, 1010 Wien

Eine wahre Bühne für außerordentliches Interior Design – von Möbeln über Lampen bis hin zu Tableware und Home Accessories – hat Mitte Juni Lederleitner mit seinem neu eröffneten „Stadthaus“ in Wien geschaffen, welches die einzigartigen HOME Kollektionen von Schloss Walpersdorf noch übertrifft. Urbaner, internationaler und lifestyliger erscheint das Sortiment, dessen Präsentation von Gucci Gardens in Florenz beeinflusst worden ist und zusätzlich auch Einrichtungsberatung anbietet. Obwohl ich die unterschiedlich ausgestellten Lederleitner HOME Stilwelten gerade im Schloss wirklich als einzigartig empfinde, beeindruckt der neue Flagship Store durch seine Farbenvielfalt, Opulenz wie Eleganz sowie die unzähligen Inspirationen für extravagante Designs und Einrichtungsstile. Mindestens ebenso opulente wie geschmackvoll, zu den Farbwelten passend gesteckte Blumenarrangements runden diese beeindruckende Präsentation ab. Auch sind die frisch renovierten Räumlichkeiten mehr als beindruckend und wirken wie ein Rahmen im Gesamtsetting. So gibt es eigene Schauräume für Stoffe und Vorhänge, Spiegeln und Lampen und per Hand gefertigte Teppiche. Letztere werden sehr passend im ehemaligen Tresorraum einer früheren Bank im Untergeschoss ausgestellt. Solltet ihr das neue Stadthaus tatsächlich besuchen, nehmt euch genügend Zeit zum Gustieren, um in die vielen Stilwelten richtig eintauchen zu können. 

Das Lederleitner Stadthaus, Mahlerstraße 14, 1010 Wien

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7.) NEUDas Café Kraus, 1020 Wien

Obwohl ich eigentlich die typisch klassische Kaffeehausvariante nach alter Wiener Tradition mit Thonet Stühlen und Lobmeyr Lustern liebe, hat diese moderne Neuinterpretation durchaus Stil. Denn hier ist nicht nur der Look der 20iger Jahre im chicen Candy Style mit Pasteltönen und eigener Formensprache zurück, sondern auch eine sehr charmante alte Tradition. Das Café Kraus – benannt nach dem wortgewaltigen Wiener Publizisten und Satiriker Karl Kraus – möchte gerne Zentrum intellektueller Zusammenkünfte und Debatten sein. Ganz unter dem Motto „Genuss und Diskurs„. Auf der Karte stehen Klassiker der Wiener Küche und Neuinterpretationen internationaler Gerichte. Abends verwandelt sich das Lokal in eine Bar. Geplant sind Diskussionen und Veranstaltungen im Bereich zeitgenössischer Kunst und Medien, sobald es die Rahmenbedingungen wieder zulassen.

Ich selbst war schon zweimal persönlich auf einen Cappuccino vor Ort. Unter der Woche gibt es zusätzlich kleines Frühstück, am Wochenende eine ausgiebigere Frühstückskarte. Da die Außenfassade des Gebäudes derzeit leider renoviert wird, finde ich es im stylischen Interior – besonders an heißen Sommertagen – gemütlicher als im Gastgarten.

Café Kraus, Große Pfarrgasse 7, 1020 Wien

Kennt ihr auch schon das neue Neni am Prater? Wenn nicht, dann schaut mal unter meinen „7 Lifestyle-Tipps für Juni“ vorbei!

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